Fußball
Magath macht Tabula rasa im Trainerstab

Alle Macht dem neuen Trainer und Manager: Felix Magath hat nicht viel Zeit mit den angekündigten Aufräumarbeiten beim FC Schalke 04 verloren. Nur 24 Stunden nach seinem Amtsantritt machte der 55-Jährige Tabula rasa im Trainerstab. Weitere Maßnahmen und Einschnitte werden folgen.

dpa GELSENKIRCHEN. In Einzelgesprächen teilte Magath den bisherigen Co-Trainern und früheren Publikumslieblingen Michael Büskens und Youri Mulder mit, dass er keinen Wert auf ihre Dienste legt. "Solche Maßnahmen auszusprechen, ist nie leicht, zumal man allen bisherigen Mitarbeitern gute Arbeit bescheinigen muss", erläuterte Magath, der die Umstrukturierung offenbar im Rekordtempo umzusetzen gedenkt.

Weitere Maßnahmen und Einschnitte werden folgen, auch wenn die derzeitigen Schalke-Profis ihre Bewährungschance bekommen sollen. "Alle Spieler fangen bei mir bei Null an. Aber ich werde schnell erkennen, wer mitzieht und wer nicht", sagte Magath vor dem Trainingsauftakt am 25. Juni. Bereits eine Stunde früher hat er die gesamte Mannschaft einbestellt. Nur die beiden bei der EM in Schweden engagierten U 21-Nationalspieler Manuel Neuer und Benedikt Höwedes sind entschuldigt.

Dann will er den Spielern erklären, was er erwartet. "Ich will mit Schalke nicht im Mittelfeld der Liga landen. Das ist nicht mein Anspruch. Und Erfolg kann man nur haben, wenn man hart arbeitet", sagte Magath bereits bei seiner Präsentation am Montag. Innerhalb seiner Vertragslaufzeit von vier Jahren will er den Schalker Traum von der Meisterschaft Realität werden lassen: "Wenn es dann nichts wird, ja dann Gute Nacht und Auf Wiedersehen." Tschüs sagten erstmal andere: neben Büskens und Mulder auch Torwarttrainer Oliver Reck, dessen Vertrag zum 30. Juni ohnehin ausläuft, sowie Reha-Trainer Christos Papadopoulos und Ernährungsfachmann Christian Frank. Konditionstrainer Rouven Schirp musste seinen Platz ebenfalls räumen.

Für seine "vielleicht schwierigste Mission" scheut Magath keine noch so unpopuläre Maßnahmen. Er hat offenbar auch kein Problem damit, den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies, der ihn mit einer bisher auf Schalke einmaligen Machtfülle ausstattete, zum Wortbruch zu zwingen. Denn noch Anfang Mai hatte Tönnies dem Trio eine "Anstellung auf Lebenszeit, sofern sie denn wollen" versprochen: "Wir wären dumm, wenn wir so gute und loyale Mitarbeiter nicht weiter einbinden würden. Sie haben immer einen Platz auf Schalke."

Doch die Halbwertzeit solcher Aussagen ist kurz im Profigeschäft, und Magath macht keine Kompromisse. Er baut auf sein ihm vertrautes Meister-Trainerteam aus Wolfsburg mit Seppo Eichkorn (52), Bernd Hollerbach (39, Werner Leuthard (47) und Markus Zetlmeisl (42). Der Chefcoach warb intensiv um Verständnis dafür: "Ich möchte mit meinen langjährigen Mitarbeitern hier tätig sein. Ich halte eine solche Umstrukturierung für notwendig, um dem Team neue Impulse zu geben."

"Sehr enttäuscht" war Schalkes "Urgestein" Mike Büskens. Magath hatte ihm zwar angeboten, wieder die zweite Mannschaft zu übernehmen. Aber das kam für den 41-Jährigen nicht infrage. "Ich wollte das System Magath kennenlernen", sagte der auf Schalke seit 17 Jahren als Profi, Spielertrainer (Schalke II), Co- und Interimstrainer tätige "Buyo". Trotz allem tritt Büskens nicht nach: "Ich wünsche Magath in den kommenden vier Jahren viel Erfolg und den Fans, dass sie das bekommen, wovon sie seit Jahrzehnten träumen."

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