Fußball
Messi triumphiert im Giganten-Duell über Ronaldo

Auf dem Weg in den Fußball-Olymp wuchsen Lionel Messi Flügel. Ausgerechnet der mit 1,69 Meter kleinste Akteur auf dem Platz versetzte Manchester United im Champions Finale den Knockout - mit einem Kopfball.

dpa ROM. Dank des für ihn ungewöhnlichen Kunststücks zum 2:0- Endstand, bei dem er seinen 20 Zentimeter größeren Gegenspieler Rio Ferdinand winzig aussehen ließ, landete der "Kronprinz" im Giganten-Duell mit "König" Cristiano Ronaldo einen klaren Punktsieg. In erster Euphorie erklärte die Weltpresse den Argentinier bereits zum neuen "Weltfußballer des Jahres". "Mini-Messi erhebt sich über tristes United. Nennt es einfach den Kopf Gottes," kommentierte die englische Zeitung "Daily Mail" in Anspielung auf das legendäre WM-Tor von Messis Landsmann Maradona gegen England.

Als sich der kleine Fußball-Zauberer zu seinem mustergültigen Kopfball zum 2:0 (70.) hochschraubte, hatte er damit auch seinen portugiesischen Widersacher überflügelt und den zuvor von den Medien ausgerufenen Wettbewerb "Europa sucht den Fußball-Star" für sich entschieden. Anders als beim erfolgreichen Finale seiner Mannschaft vor drei Jahren in Paris gegen den FC Arsenal war er diesmal nicht nur Zuschauer, sondern einer der Hauptdarsteller. Mit leuchtenden Augen genoss er die Messi-Sprechchöre der rund 30 000 Barça-Fans: "Das ist der wichtigste Sieg meines Lebens."

Damit veredelte der 21 Jahre alte Messi eine für ihn grandiose Saison. An der Seite der kongenialen Mittelfeldspieler Andres Iniesta und Xavi glänzte er in Rom auch als Taktgeber. Zudem lief er dem zwischenzeitlich untergetauchten Cristiano Ronaldo erstmals als Schütze den Rang ab. Mit insgesamt neun Treffern avancierte Messi zum jüngsten Torschützenkönig in der Geschichte der Champions League, Ronaldo musste sich dagegen mit vier Toren begnügen. Lächelnd kommentierte Barça-Coach Josep Guardiola die anschließenden Fragen der Weltpresse: "Wir mussten nicht gewinnen, um zu wissen, dass Messi der Beste ist."

Nur in den ersten zehn Minuten der Partie lief alles auf eine One-Man-Show von Cristiano Ronaldo heraus. Mit einem von Barcelonas Keeper Victor Valdez nur mit Mühe gehaltenen Freistoßkracher nach nur 87 Sekunden eröffnete Ronaldo den Zweikampf. Kurz darauf versuchte sich der Portugiese vor den Augen von Spaniens König Juan Carlos und dem englischen Prinzen William zweimal mit gefährlichen Schüssen, die das Tor nur knapp verfehlten. Doch damit war sein Pulver verschossen. Missmutig reagierte Ronaldo im Anschluss an die Partie auf die anhaltenden Vergleiche mit Messi: "Es war ein Duell Manchester gegen Barcelona, und nicht das Duell von irgendjemand Speziellem."

Trotzig fügte er an: "Ich bin mir sicher, dass ich noch weitere Endspiele bestreiten werde." In welchem Trikot er dieses Ziel in Angriff nehmen will, ließ er jedoch offen. Kaum war die Partie zu Ende, kehrten die Spekulationen über einen möglichen Wechsel zu Real Madrid zurück. Die Antwort auf die Frage, ob er auch im kommenden Jahr im Old Trafford in Manchester auflaufen wird, blieb er schuldig: "Ich weiß es nicht."

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