Fußball
Mourinho deutet trotz Halbfinale Abschied an

Nach dem Last-Minute-Sieg in Valencia träumt der FC Chelsea vom ganz großen Coup, doch Michael Ballack droht seinen Förderer José Mourinho am Ende der Saison zu verlieren.

dpa HAMBURG. Nach dem Last-Minute-Sieg in Valencia träumt der FC Chelsea vom ganz großen Coup, doch Michael Ballack droht seinen Förderer José Mourinho am Ende der Saison zu verlieren.

Der portugiesische Trainer sprach trotz des 2:1-Siegs bei den Spaniern im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League erstmals offen von einem möglichen Abschied von den „Blues“. „Mein Wunsch ist es, in England und bei Chelsea zu bleiben, aber manchmal kann man im Leben nicht bekommen, was man will“, sagte Mourinho, nachdem sich der englische Fußball-Meister zum dritten Mal in vier Jahren für das Halbfinale der europäischen Eliteliga qualifiziert hatte.

„Es läuft immer besser. Es geht jetzt in die entscheidende Phase der Saison, und wir werden immer stärker“, schwärmte Ballack nach dem ersten Sieg einer englischen Mannschaft im Mestalla-Stadion seit 40 Jahren. Michael Essien ließ die Londoner mit seinem Flachschuss zum 2:1 in der 90. Minute jubeln und könnte damit zugleich die Weichen für die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte gestellt haben. Doch die Situation in Chelsea ist paradox: Obwohl das Team noch drei Titel - Champions League, Premier League und den FA-Cup - gewinnen kann, wird es immer wahrscheinlicher, dass Mourinho wegen seines angespannten Verhältnisses zu Club-Besitzer Roman Abramowitsch gehen muss.

Beim überzeugenden Sieg in Valencia demonstrierte das oft kritisierte Chelsea seine wahren Möglichkeiten. „Ich muss zugeben, dass wir nicht auf deren Höhe waren“, räumte Valencia-Trainer Quique Sánchez Flores ein, der sich ebenso wie Mourinho nach den Toren von Fernando Morientes (32.) und Andrej Schewtschenko (52.) schon auf eine Verlängerung eingestellt hatte. Vor allem physisch hinterließen die Engländer einen bleibenden Eindruck. „Was ihre körperliche Stärke angeht, sind die Spieler Mourinhos ein Wunderwerk“, sagte Valencias Mittelfeld-Akteur Joaquín. Die Sportzeitung „Marca“ resümierte voller Bewunderung: „Mourinhos Armee hat eine Vorstellung ihrer Überlegenheit gegeben, ihr Spielrhythmus ist höllisch.“

Im Gefüge von Chelseas Kraft-Fußball findet sich auch Ballack immer besser zurecht. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft war im Mittelfeld sehr präsent und hätte in der 84. Minute mit einem Kopfball beinahe schon für die Entscheidung gesorgt. „Da hat ein Tick gefehlt - schade“, kommentierte er die Chance, die Torhüter Santiago Canizares meisterhaft zunichte machte. Auch Mourinho war zufrieden. „Ballack war von Anfang an sehr gut“, betonte er und deutete an, dass Chelseas Aufschwung auch seinem Festhalten an Ballack geschuldet sei. „Ich bin hier Trainer, und er hat die ganze Zeit gespielt“, sagte er.

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