Fußball
Müde Bayern ärgern sich über Moskau-Remis

Als Oliver Kahn & Co. tief in der Nacht den Münchner Flughafen verließen, war der erste Ärger über das unnötige Unentschieden bei Spartak Moskau bereits verflogen.

dpa MüNCHEN. Als Oliver Kahn & Co. tief in der Nacht den Münchner Flughafen verließen, war der erste Ärger über das unnötige Unentschieden bei Spartak Moskau bereits verflogen.

Über den leichtfertig verschenkten vorzeitigen Gruppensieg in der Champions League mochte keiner mehr reden, vielmehr freuten sich die Profis des deutschen Fußball-Meisters Bayern München auf ihre Betten. Nur einer nicht. „Ich kann bestimmt nach diesem Kopfball nicht schlafen. Am Ende sind wir mehr auf uns sauer als auf den Kunstrasen“, ärgerte sich Abwehrchef Daniel van Buyten auch Stunden nach dem Schlusspfiff im nasskalten Luschniki-Stadion noch über den vergebenen Siegtreffer in der Nachspielzeit.

Während van Buyten in der Nacht noch lange rätselte und weiter auf sein erstes Tor für den FC Bayern warten muss, verbesserte Claudio Pizarro beim 2:2 (2:1) durch den dritten Doppelpack in der Königsklasse seine Karten im Poker um einen neuen Vertrag. Doch trotz zweier Treffer des Peruaners (22./39.) reichte es nur zum Unentschieden, weil der Rekordmeister nach zwei Standards der Russen Gegentore durch Maksim Kalinitschenko (16.) und Radoslav Kovac (72.) kassierte.

„Das Einzige, wenn man was negativ sehen will, ist, dass wir bei zwei Standardsituationen hinten nicht gut ausgesehen haben und uns um einen verdienten Sieg gebracht haben“, monierte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, den die Kunde vom 1:0-Erfolg Inter Mailands gegen Sporting Lissabon nach Mitternacht beim Einsteigen ins Flugzeug in Moskau erreichte. „Uns reicht jetzt ein Remis gegen Inter für den Gruppensieg, und ich bin überzeugt, dass wir das auch schaffen.“

Am 5. Dezember kommt es in München zum Endspiel um den Gruppensieg gegen Inter Mailand. „Es ist ärgerlich, wenn man so viele Möglichkeiten hat und die nicht in Tore umsetzen kann“, sagte Bayern-Trainer Felix Magath, der mit der Dienstreise nach Moskau trotz einer guten Leistung nicht zufrieden war.

Nicht beklagen konnte sich Magath über die Chancenverwertung von Pizarro, dessen Vertrag beim Rekordmeister am Saisonende ausläuft. „Es gibt Spieler, wenn sie in Vertragsverhandlungen sind, dann laufen sie mehr. Und wenn sie den Vertrag dann unterschrieben haben, dann laufen sie ein bisschen weniger. Aber das wollen wir ihm nicht unterstellen“, sagte Premiere-Experte und Bayern-Präsident Franz Beckenbauer, der mit einem Verbleib des Stürmers rechnet.

Pizarro selbst, der in den vergangenen Wochen mit Elfmeter- Eigensinn, Alkoholfahrt und hohen Gehaltsforderungen für Missstimmung gesorgt hatte, bekundete ebenfalls sein Interesse, bleiben zu wollen. „Ja, natürlich“, sagte der Stürmer, der mit vier Champions-League-Treffern in einer Saison seine Bestmarke erreicht hat.

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