Fußball National
Bernd Hölzenbein feiert 60. Geburtstag

In Bernd Hölzenbein feiert heute ein großer deutscher Spieler seinen 60. Geburtstag. Der Weltmeister von 1974 ist, nach seinen zahlreichen aktiven Jahren bei der Eintracht, nun im Frankfurter Vorstand tätig.

Dieser Name dürfte jedem Fan der deutschen Nationalmannschaft bekannt sein: Bernd Hölzenbein. Und jeder Fan, der sich noch oder schon an die WM 1974 erinnern kann, dürfte mit dem Namen Hölzenbein eine bestimmte Szene im Finale des Turniers verbinden. Die Szene, in der der Stürmer in den Strafraum der Niederländer eindringt und zu Fall kommt. Der Referee gibt Elfmeter, Paul Breitner verwandelt und leitet damit den Sieg ein.

Die Einschätzung, ob es eine Schwalbe war oder nicht, überlässt Hözenbein gerne dem Zuschauer: "Der eine sagt so, der andere so." Dann wird er doch konkreter: "Aber im ernst: ich war ein flinker Spieler und wurde deshalb öfters gefoult. Wenn man die Bilder anschaut, sieht man, dass ich sogar an beiden Füßen getroffen wurde."

Heute feiert das Ur-Gestein der Frankfurter Eintracht seinen 60. Geburtstag. Doch trotz des Jubiläums will "Holz" nur "im ganz kleinen Familienkreis feiern". Er sucht das Rampenlicht nicht mehr. Hölzenbein arbeitet seit 2004 als Berater des Vorstands des Bundesligisten Eintracht Frankfurt und ist auch für die Spielersuche zuständig. "Das ist ein Traumjob, der mir viel Spaß macht. Ich bin viel unterwegs und kann aus meinem Büro direkt auf den Rasen der Arena schauen", schwärmt der Ex-Nationalspieler.

"Holz" schoß 160 Tore für seine Eintracht

Auf dem Rasen stand der ehemalige Stürmer lange Zeit selbst. Zwischen 1967 und 1981 erzielte Hölzenbein in 420 Bundesligaspielen 160 Tore für Frankfurt, feierte drei DFB-Pokal-Siege und gewann 1980 den Uefa-Cup. Ein Wechsel kam für den glühenden Fan von Fritz Walter nie in Frage.

In seinen zahlreichen Spielen kassierte der faire Sportsmann lediglich neun gelbe Karten. Einmal allerdings verlor er die Beherrschung und flog bei der 1:2-Heimpleite gegen den VfB Stuttgart vom Platz: "Ich habe den Schiedsrichter schwer beleidigt und wurde dafür drei Wochen gesperrt. Karlheinz Förster war damals mein unangenehmer Gegenspieler. An dem Tag bin ich fast nie an ihm vorbeigekommen"

Nach einem Abstecher in die USA kehrte der 40-malige Nationalspieler 1988 als Vize-Präsident auf die Eintracht-Bühne zurück. Dank seines guten Händchens bei Spielerverpflichtungen ließen die Frankfurter die grauen Jahre hinter sich und entwickelten sich in kürzester Zeit zum Titelkandidaten. Aber trotz solcher Spieler wie Uwe Bein, Andreas Möller, Anthony Yeboah oder Uli Stein reichte es nicht zur Meisterschaft.

Hölzenbein: "Eine bittere Zeit, wenn man merkt, keiner will dich mehr"

1996 folgte sogar die Talfahrt: "Der erste Abstieg der Eintracht war einer meiner Tiefpunkte", erinnert sich Hölzenbein, der nach diesem Ereignis auch seinen Rücktritt einreichte. Es folgten zahlreiche Gerichtsverhandlungen wegen Steuerhinterziehung im Fall Yeboah. "Es war eine bittere Zeit, wenn man mit Mitte 50 merkt, keiner will dich mehr", so der Weltmeister. Neben Golfen versuchte sich der zweifache Familienvater mit Joggen abzulenken: "Aus Frust bin ich pro Woche 50 bis 100 Kilometer gelaufen."

Trotz immer wieder auftretender Spekulationen über eine Rückkehr von Hölzenbein zur Eintracht, nahm er erst 2004 ein Angebot des Vereins an. "Der Kontakt entstand durch den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen, der mich vollkommen überraschend anrief", freut sich der 60-Jährige, der in seinem Posten aufgeht. Deshalb soll auch nach Vertragsende 2007 nicht Schluss sein: "Ich will auf keinen Fall in Rente gehen. Ich fühle mich wohl und bin körperlich fit."

© SID

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