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"Blonder Engel" wird 50

In Spanien genießt Bernd Schuster ein hohe Reputation. Zu Deutschland hat der Trainer ein gespaltenes Verhältnis. Heute feiert der Europameister von 1980 seinen 50. Geburtstag.

Wenn sich Bernd Schuster in Spanien äußert, hat sein Wort Gewicht. Der "blonde Engel", genialer Spielmacher der 80er- und 90er-Jahre beim FC Barcelona, Real Madrid und Atletico Madrid, genießt im Land des Europameisters eine enorme Reputation. Sein Ruf ist fast besser als in Deutschland, wo er einst als 18-Jähriger 1978 von Hennes Weisweiler vom FC Augsburg zum 1. FC Köln geholt worden war und dort seine Weltkarriere als Profi startete.

Heute vollendet der gebürtige Schwabe, Europameister von 1980, sein 50. Lebensjahr und wird wohl bis auf Weiteres in Spanien bleiben. Real Saragossa buhlte um die Gunst des einstigen Weltklassespielers, der Seite an Seite mit Argentiniens Fußball-Ikone Diego Maradona bei "Barca" in den 80ern Geschichte schrieb.

Früher Rücktritt aus der Nationalmannschaft

Zu Deutschland hat Schuster ein gespaltenes Verhältnis. Als Jungspund wechselte er zum FC Barcelona in die Primera Division und beendete als 24-Jähriger bereits seine Nationalmannschaftskarriere in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Auch die späteren Versuche des damaligen Teamchefs Franz Beckenbauer, Schuster zu einem Comeback zu bewegen, fruchteten nicht.

Auch als Fußballlehrer waren zwei deutsche Klubs, Fortuna Köln und der 1. FC Köln, seine ersten Stationen. Doch als Coach startete er erst bei spanischen Klubs richtig durch und landete schließlich bei Real Madrid. Den spanischen Rekordmeister führte er zwar 2008 zum Titelgewinn, vor Jahresfrist musste Schuster aber trotzdem bei den Königlichen seinen Hut nehmen.

"Als Trainer muss man für alles offen sein"

Eine Rückkehr nach Deutschland erscheint im Augenblick eher unwahrscheinlich, auch wenn Schuster unlängst im DSF erklärte: "Als Trainer muss man für alles offen sein - ich war ja auch schon in der Ukraine. Aber auch die Bundesliga ist absolut interessant für mich. Wenn das Konzept stimmt, dann ist das auch möglich."

Auch als Spieler kehrte er auf der Zielgeraden seiner Karriere nach Deutschland zurück. Von 1993 bis 1996 spielte er bei Bayer Leverkusen und überzeugte auch im reifen Fußball-Alter mit seinen nach wie vor genialen Ideen und vor allem Freistößen. Seine letzte Station als Aktiver war der mexikanische Klub Unam aus Mexiko-Stadt.

In Deutschland stand Schuster 2005 als Trainer vor einer Verpflichtung durch den VfL Wolfsburg. Doch der entschied sich für Holger Fach, angeblich erhielt Schuster nicht einmal eine Absage durch die Niedersachsen. Der Augsburger vermutete "Vorbehalte" gegen seine Person, nachdem er mit dem damaligen VfL-Manager Thomas Strunz weitgehend Einigung erzielt hatte.

21 Länderspiele für Deutschland

Schuster, der nur 21 Länderspiele für Deutschland bestritt und 1984 letztmals den Adler auf der Brust trug, ist auch für ungewöhnliche Aktionen bekannt. Anfang Dezember machte sein Vorstoß, den spanischen Erstligisten Deportivo Xerez mit einer Finanzspritze von drei Mill. Euro zu übernehmen, Schlagzeilen. Doch sein Ex-Klub, den er von 2001 bis 2003 als Trainer betreut hatte, entschied sich für eine argentinische Investorengruppe.

Ein herber Rückschlag war der Rauswurf bei Real Madrid, auf den Tag 17 Monate nach seinem Amtsantritt. Eine Saison lang schien Schuster der perfekte Coach für das Starensemble zu sein. Die "Galaktischen" spielten tollen Offensiv-Fußball, holten die Meisterschaft und den spanischen Supercup. Aber dann konnte Schuster seiner Mannschaft keine Impulse mehr geben. Seine Forderungen nach Verstärkungen wurden nicht umgesetzt, am 9. Dezember 2008 musste er gehen.

Schuster lebt mit seiner deutlich jüngeren Lebensgefährtin Elena im Madrider Nobelvorort Moraleja. Elena machte Schuster mit Töchterchen Victoria zum fünften Mal zum Vater. Die anderen Kinder hatte der einstige Mittelfeld-Regisseur mit seiner Ehefrau und langjährigen Beraterin Gaby.

© SID

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