Fußball National
Bundestag gegen liberalisiertes Sportwetten-Modell

Der Vorschlag von Wilfried Straub, Wettbeauftragter der DFL, ein neues Modell zur Liberalisierung des Sportwettenmarktes einzuführen, ist im Sportausschuss des deutschen Bundestages auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Der Sportausschuss des deutschen Bundestages steht einem neuen Modell des deutschen Fußballs zur Liberalisierung des Sportwettenmarktes skeptisch gegenüber. "Es geht hier um eine politische Entscheidung. Wenn ich die Marktmechanismen ausloten will, kann ich dabei nicht auch von Spielsucht reden. Spielsucht ruft nach Bestrafung. Da müssen wir einschreiten", betonte Grünen-Vertreter Winfried Hermann.

"Sucht-Prävention ist mit der Liberalisierung nicht passe"

Wilfried Straub, Wettbeauftragter der Deutschen Fußball Liga (DFL), hatte den Vertretern der Parteien ein neues Modell vorgestellt und die Liberalisierung erneut verteidigt: "Die Frage der Sucht-Prävention ist mit der Liberalisierung nicht passe. Die Liberalisierung wird eh durch die Europäische Union durchgesetzt. Wir können jetzt nicht noch länger warten, sonst laufen uns die Kunden davon", hatte Straub erklärt.

Das neue Modell, das der Ministerpräsidentenkonferenz am 18. Oktober vorgestellt werden soll, stellt den Bundesländern steigende Umsätze in Aussicht, auch wenn der Staat auf das Wettmonopol verzichten würde. In dem erst in den vergangenen Tagen veröffentlichten Schreiben werden dem Staat für das Jahr 2010 Gewinne in Höhe von 500 Mill. Euro in Aussicht gestellt, falls er privaten Wettanbietern einen kontrollierten Zugang zum Wettmarkt ermöglicht.

Doch auch das von der Ministerpräsidentenkonferenz verfolgte Konzept der Monopolisierung stieß bei den Politikern nicht nur auf Gegenliebe. So war es für Vertreter fast aller Parteien nicht vorstellbar, wie die im Zuge der Monopolisierung angekündigte Kontrolle des Internet-Glückspiels gewährleistet werden soll.

Karl-Heinz Hage von der Berliner Senatskanzlei kündigte im Namen der Ministerpräsidentenkonferenz an, dass man mit der Umsetzung der Vorgaben durch den Entscheid des Bundesverfassungsgerichts vom 28. März aufs Tempo drücken wolle. Bereits Ende des laufenden Jahres soll der Staatsvertrag unterzeichnet werden.

© SID

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