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Haftbefehl gegen Karl aufgehoben

Der im Verfahren gegen Steffen Karl als Zeuge vorgesehene ehemalige Zweitligaspieler Torsten Bittermann ist am Dienstag nicht vor dem Landgericht Berlin erschienen. Unterdessen wurde der Haftbefehl gegen Karl aufgehoben.

Das aus dem Prozess im Wett- und Manipulationsskandal um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer ausgegliederte Verfahren gegen den früheren Profi Steffen Karl ist mit einer Panne fortgesetzt worden. Der als Zeuge vorgesehene ehemalige Zweitligaspieler Torsten Bittermann ist am Dienstag nicht vor dem Landgericht Berlin erschienen. Sein Anwalt Roland Freund erklärte, man habe offiziell nichts von dem Termin gewusst.

Somit trat lediglich Karls ehemaliger Mitspieler beim Chemnitzer FC, Markus Ahlf, in den Zeugenstand. Ahlf war ohne Anwalt erschienen. Er erklärte, dass er Drahtzieher Ante Sapina niemals kennen gelernt habe. Zudem sagte er, dass der wegen versuchter Verbrechensabsprache sowie banden- und gewerbsmäßigen Betrugs angeklagte Karl ihm gegenüber stets seine Unschuld beteuert habee. "Er hat mir gesagt, dass er mit Manipulation nichts zu tun hat", sagte Ahlf.

Haftbefehl gegen Karl aufgehoben

Karls Anwalt Andreas Bartholome widersprach zudem Darstellungen von Ante Sapina, dass dieser seinem Mandanten im Mannschaftshotel des CFC in Kiel 10 000 Euro übergeben habe. Karl habe mit dem Chemnitzer FC niemals in einem Kieler Hotel genächtigt, sondern lediglich im 58 Kilometer entfernten Bad Bramstedt, argumentierte Bartholome, der auf Freispruch für Karl plädieren wird.

Unterdessen wurde der Haftbefehl gegen Karl aufgehoben, weil nach Ansicht der 12. Großen Strafkammer keine Flucht- oder Verdunklungsgefahr mehr bestehe. Karl war nur wegen eines Haftverschonungsbeschlusses auf freiem Fuß.

Der inzwischen in erster Instanz verurteilte Hoyzer hatte Karl in seinen Einlassungen schwer belastet. Der 35-Jährige habe von Sapina bis zu 10 000 Euro eingestrichen, um dafür mit "angezogener Handbremse" zu spielen. Betroffen sollen davon die Regionalliga-Spiele des Chemnitzer FC am 10. April 2004 gegen Dynamo Dresden (0:1) sowie beim SC Paderborn am 22. Mai 2004 (4:0 für Paderborn) sein. Karl bestreitet die Vorwürfe.

Der Prozess wird erst am 1. Dezember fortgesetzt. Das Urteil werden für den 15. Dezember erwartet. Auch Hoyzer und Ante Sapina sollen nach Vorstellungen von Staatsanwalt Thorsten Cloidt noch einmal als Zeugen geladen werden.

© SID

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