Fußball National
Hannes Löhr wird 65

Heute feiert Hannes Löhr seinen 65. Geburtstag. Der ehemalige Trainer der U21-Junioren belegt in der ewigen Bestenliste des deutschen Fußballs mit 166 Toren in 381 Spielen noch immer Rang neun.

Wie schon während seiner aktiven Zeit, schätzt Hannes Löhr auch im Alter eher die ruhigen Töne. Daher wird heute die Feier zu seinem 65. Geburtstag eher beschaulich ausfallen. "Ich bin nicht so für große Veranstaltungen. Wir werden schön ruhig innerhalb der Familie feiern. Und in der Zeit danach kann man sich besser auf die Leute konzentrieren," erklärte Löhr gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Obwohl der frühere Linksaußen seit seinem Rücktritt als Trainer der U21-Junioren kein neues Amt übernommen hat, denkt Löhr nicht an Ruhestand: "Ich habe in dieser Zeit viel interessantes für mich gemacht. Ich habe keine Verpflichtung mehr übernommen, sondern mache alles auf frewilliger Basis. Und ich kann sagen, das ist eine schöne Zeit."

So widmet sich der Jubilar etwa seinem 1. FC Köln und hat den Vorsitz im Förderverein der Pfarrgemeinde St. Pankratius inne, der sich um hilfsbedürftige Menschen kümmert. Neu ist seine Leidenschaft fürs Wandern, der er jedes Jahr mit seiner Ehefrau Annemarie und seiner Tochter Kathrin im österreichischen Stubbai-Tal frönt. "Das hätte ich nie gedacht. Aber es ist beruhigend und schön zugleich", so Löhr.

1970 WM-Dritter in Mexiko

Obwohl privat eher ein Leisetreter, hat der 65-Jährige in der Historie des deutschen Fußballs deutliche Spuren hinterlassen. So wurde Löhr 1968 Bundesliga-Torschützenkönig und belegt mit 166 Treffern in 382 Pflichtspielen für den 1. FC Köln den neunten Rang der ewigen Bestenliste. Beim FC ist er auch immer noch Rekordtorschütze, noch vor Dieter Müller (159 Tore). Bei der WM 1970 in Mexiko wurde "De Naas", wie Löhr in Köln gerufen wird, Dritter und stand auch 1972 im deutschen EM-Kader.

Sein Fußballer-Leben war stets mit dem FC verbunden. So schloss Löhr seine aktive Laufbahn 1978 mit dem Gewinn des Doubles ab und war für Köln zwischen 1980 und 1986 als Trainer und Manager tätig. 1986 wechselte er dann zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) und führte die späteren Stars Jürgen Klinsmann und Thomas Häßler 1988 in Seoul durch ein 3:0 im kleinen Finale gegen Italien zu Olympiabronze. 1990 übernahm Löhr die U21 von Berti Vogts und gab das Amt 2002 an Jürgen Kohler weiter.

Löhr legt mit 51 Jahren noch das Diplom ab

Nicht nur körperlich war der Kölner immer top-fit, sondern auch geistig. Im Alter von 51 Jahren schloss Löhr das Studium der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule in Köln mit dem Diplom ab. Thema seiner Abschlussarbeit: "Das Bosman-Urteil und seine Auswirkungen auf die Einsatzzeiten junger Spieler".

Seine Erkenntnis: An Kurven sei genau abzulesen, wie die Einsatzzeiten sanken. Doch: "Seit 2002 hat sich das massiv gewandelt. Stuttgart ist zum Besispiel aus Geldnot das Risiko mit Spielern wie Kevin Kuranyi gegangen. Das hat sich ausgezahlt," analysiert der ehemalige Fußball-Lehrer, der für seine Arbeit die Note 1,2 erhielt.

© SID

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