Fußball National
HSV auch an Thiago Neves dran

Der Hamburger SV bekommt nicht genug: Nach dem Transfer-Doppel mit Marcell Jansen und Alex Silva soll auch Thiago Neves von Fluminense verpflichtet werden.

Mit vier Assen im Ärmel will der Hamburger SV die Konkurrenz im Millionenspiel der Bundesliga ausstechen und zum Angriff in Richtung Tabellenspitze blasen. Auf Mladen Petric folgten Nationalspieler Marcell Jansen und der Brasilianer Alex Silva. Dessen Landsmann Thiago Neves steht als letzter neuer Trumpf bereits vor der Tür. Sollte auch dieser abschließende Transfer klappen, hätte der HSV in nicht einmal zwei Wochen 27 Mill. Euro investiert und könnte das Kräfteverhältnis an der Ligaspitze kräftig durcheinanderwirbeln.

"Ergebnis bemerkenswert"

Klubchef Bernd Hoffmann zeigt sich entsprechend zufrieden. "Wir haben die Substanz in unserem Kader deutlich erhöht. Wenn man berücksichtigt, dass wir erst nach dem Wechsel von Rafael van der Vaart zu Real Madrid handlungsfähig waren, ist dieses Ergebnis bemerkenswert", meinte der HSV-Boss und ist optimistisch, die Transferaktivitäten in Kürze abschließen zu können.

"Auch mit Thiago Neves haben wir Einigkeit erzielt. Es sind nur noch letzte Details zu klären", sagte Hoffmann der Hamburger Morgenpost und fügte am Donnerstagnachmittag hinzu: "Momentan kann ich nichts Neues dazu sagen. Aber wir machen das hier wie beim Adventskalender: Jeden Tag geht ein Türchen auf."

Angeblich sind den Hamburgern die Dienste des im offensiven Mittelfeldbereich vielseitig verwendbaren Strategen von Fluminense Rio de Janeiro 7,5 Mill. Euro wert. Dafür soll der HSV 80 Prozent der Transferrechte an dem 23-Jährigen erhalten. Für Jansen flossen acht Mill. Euro Richtung Bayern München. Bei Alex Silva waren 6,2 Mill. Euro nötig, um 50 Prozent der Transferrechte zu erwerben und den Innenverteidiger vom FC Sao Paulo an die Alster zu locken.

"Wir sind in einer guten wirtschaftlichen Situation und haben jetzt noch mehr Optionen im Kader", sagte Hoffmann, der durch die Verkäufe von van der Vaart und von Vincent Kompany (zu Manchester City) insgesamt knapp 25 Mill. Euro erlöst hatte. Nach den Abgängen waren zunächst knapp fünf Mill. Euro und Stürmer Mohamed Zidan als Tauschobjekt für Petric zu Borussia Dortmund gewandert.

Jansen "flüchtet" vor Klinsmann

Am teuersten war jedoch Linksverteidiger Jansen, nach dessen Verpflichtung die Tage von Thimothee Atouba in der Hansestadt wohl gezählt sein dürften. "Ich bin froh, dass alles mit dem HSV so kurzfristig geklappt hat", meinte der 28-malige Nationalspieler Jansen und nannte den neuen Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann als einen der Gründe für seinen Wechsel: "Wir konnten uns in einem Gespräch über meine Perspektiven und meinen Stellenwert beim FC Bayern nicht einigen."

Jansen hatte sich schon vor seinem Wechsel von Borussia Mönchengladbach zum deutschen Rekordmeister im vergangenen Sommer auf der HSV-Wunschliste befunden, den Bayern damals jedoch den Vorzug gegeben. "Schon damals hatten wir uns um Marcell bemüht. Es war also ein Transfer von langer Hand. Wir erwarten uns von ihm eine Belebung unseres Flügelspiels. Ich bin davon überzeugt, dass es eine perfekte Partnerschaft wird", sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer, der nach dem Abgang van der Vaarts in den vergangenen Wochen Schwerstarbeit zu verrichten hatte.

Balance und Qualität verbessert

Auch Hamburgs Trainer Martin Jol zeigte sich mit den Resultaten zufrieden und empfindet es als unproblematisch, seinen endgültigen Kader erst nach dem Saisonstart auf dem Platz begrüßen zu können. "Wenn man neue Spieler bekommt, dauert es vielleicht einige Wochen, diese zu integrieren. Schwierig wäre es aber nur geworden, wenn wir niemanden dazubekommen hätten", meinte der Niederländer: "Die Spieler, die wir jetzt dazubekommen haben, sind ideal. Die Balance und die Qualität im Kader sind jetzt besser.

Das neue Quartett wird Jol aber erst im Punktspiel am 13. September gegen Bayer Leverkusen komplett zur Verfügung stehen. Alex Silva befindet sich zuvor noch im Einsatz bei der brasilianischen Nationalmannschaft und soll erst nach den Partien in Chile am 7. September und drei Tage später in Bolivien nach Deutschland reisen.

© SID

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