Fußball National
Keine Hinweise auf Cottbuser Verwicklung

Laut DFB und DFL gibt es noch keinerlei Anzeichen auf eine Verwicklung von Zweitligist Energie Cottbus in einen Wettskandal.

Mit Comedian Matze Knoop wollte Energie Cottbus auf seiner Weihnachtsfeier das Jahr 2010 ausklingen lassen, doch nach den Manipulationsvorwürfen aus Italien war den Lausitzern das Lachen gründlich vergangen. Die Nachricht von einer möglichen Verschiebung der Bundesligapartie beim VfL Bochum im Februar 2009 sorgte beim Fußball-Zweitligisten für Entsetzen. Präsident Ulrich Lepsch sprach von einem Imageschaden und schloss eigene juristische Konsequenzen nicht aus.

"Natürlich muss erst einmal geklärt werden, ob eine Manipulation vorlag. Doch sollte das der Fall sein, überlegen wir, wie wir weiter vorgehen", sagte Lepsch im Anschluss an das 0:0 im letzten Zweitliga-Heimspiel des Jahres gegen Union Berlin und war über die neuen Enthüllungen "sauer" und "überrascht" zugleich: "Ich hoffe, dass DFB und DFL gut ermitteln."

Auch den Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz brachten die Gerüchte auf die Palme. "Meine erste Reaktion war: Lass mich mit dem Scheiß in Ruhe. Jetzt kommen wieder die Erinnerungen hoch", sagte Wollitz, der bereits als ehemaliger Trainer des VfL Osnabrück vom Wettskandal betroffen war. Spieler seiner ehemaligen Mannschaft wurden bereits verurteilt. "Für einen kleinen Verein wie Cottbus wäre das eine doofe Sache, auf diese Art und Weise aus der Liga gekegelt worden zu sein", so Wollitz.

Geht es nach den Informationen aus Itaien, ist dieses Szenario durchaus realistisch. Ein wegen Wettbetrugs festgenommener Spieler aus Italien hatte erklärt, dass er 1,2 Mill. Euro gewonnen habe, weil er 20 Minuten vor Ende der Partie in Bochum am 28. Februar 2009 das Ergebnis gewusst habe. Und das Ergebnis der Partie war in der Tat umstritten. "Das war nie ein Elfmeter gegen uns", erinnerte sich Lepsch an die Szene aus der 79. Minute, als durch einen äußerst zweifelhaften Strafstoß der Treffer zum 2:3-Endstand fiel.

Ziebig hat die Szene noch im Kopf

Auch der angebliche Übeltäter Daniel Ziebig hat die entscheidende Szene nicht vergessen. "Es kam ein langer Ball. Der Bochumer Sestak lief durch. Wir nahmen ihn etwas in die Zange, aber es war nie Strafstoß", sagt Ziebig, der als einer der wenigen Cottbuser Spieler noch heute das Trikot der Lausitzer trägt. Cottbus musste damals mit 30 Punkten in die Relegation. Bochum blieb mit 32 Zählern in der Liga. Im Falle eines Unentschiedens hätte Bochum in die Relegation gegen den 1. FC Nürnberg gemusst. "So etwas sind reine Spekulationen, aber bitter ist das schon", sagte Lepsch.

Schon im Februar nach dem Spiel in Bochum hatten die Cottbuser Alarm geschlagen. Ihr damalige Manager Steffen Heidrich witterte Verschwörung, weil es drei krasse Fehlentscheidungen gegeben haben soll. Vor dem Elfmeter zum 3:2 durch Markus Pfertzel soll Referee Markus Schmidt (Stuttgart) den Cottbusern bei einem Foul von Christian Fuchs gegen Dimitar Rangelow (22.) und bei einer umstrittenen Aktion von Daniel Imhof gegen Ivica Iliev (88.) je einen Freistoß verweigert haben. "Das war schon merkwürdig, obwohl Herr Schmidt einer der besseren Schiedsrichter ist", sagte Lepsch.

Nun drohen den Lausitzern, die am Montag nach dem mageren Remis gegen Union Berlin den Sprung in die Spitzengruppe der Liga verpassten, auch über die Weihnachtszeit hinaus unruhige Wochen. "Wir müssen uns auf das Sportliche konzentrieren", forderte Wollitz, der zuletzt allein für Aufregung in Cottbus sorgte, weil er mit seiner Vertragsverlängerung zögerte. Auch dieser Unruheherd wird weiter brennen. "Vor Januar wird es keine Entscheidung geben, ob ich bleibe oder nicht", sagte Wollitz.

© SID

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