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Klasnic lehnt neues Vergleichsangebot ab

Ivan Klasnic hat beim Auftakt des Prozesses um seine Nierenschädigung einen zweiten Vergleichsvorschlag der dritten Zivilkammer des Bremer Landgerichts abgelehnt.

Der ehemalige Bundesligaprofi Ivan Klasnic hat beim Auftakt des Prozesses um seine Nierenschädigung einen zweiten Vergleichsvorschlag der dritten Zivilkammer des Bremer Landgerichts abgelehnt. Das Gericht unter Vorsitz von Richter Uwe Boysen schlug eine Summe zwischen 300 000 und 350 000 Euro für den Ex-Stürmer von Bundesligist Werder Bremen vor. Klasnic hatte vor Prozessbeginn bereits einen Vergleichsvorschlag über 180 000 Euro abgelehnt.

Der Prozess begann im Großen Strafkammersaal 231 pünktlich um 10.00 Uhr unter großem öffentlichen Interesse. Zahlreiche Fotografen sorgten vor Verhandlungsbeginn für ein Blitzlichtgewitter. Klasnic war mit seiner Familie ebenso anwesend wie der beklagte Bremer Mannschaftsarzt Götz Dimanski, der trotz des Uefa-Cup-Spiels der Norddeutschen am Vorabend in Udine rechtzeitig den Weg ins Gerichtsgebäude gefunden hatte.

Klasnic fordert 1,1 Mill. Euro

Der 29 Jahre alte Kroate wirft Dimanski sowie der Internistin Manju Guha vor, deutliche Anzeichen seiner Niedererkrankung nicht erkannt und folglich falsch behandelt zu haben. Zwei örtliche Reha-Zentren sind ebenfalls beklagt. Klasnic fordert in dem Verfahren 1,1 Mill. Euro Kompensation für einen durch die Krankheit entgangenen Gewinn sowie ein Schmerzensgeld von 100 000 Euro.

Bereits 2001/2 002 seien bei Untersuchungen erhöhte Blutwerte bei Klasnic festgestellt worden, die je nach Interpretation der Ärzte allerdings noch in einem Toleranzbereich gelegen haben sollen. Zwischen 2003 und 2005 seien die Werte dann derartig gestiegen, dass eine Schädigung der Nieren unstrittig erkennbar gewesen wäre.

Allerdings sei laut Klageschrift das Ausmaß der Schädigungen erst Ende 2005 bei einer Blinddarm-Operation festgestellt worden. Daraufhin sei 2007 eine Transplantation unumgänglich geworden. Beim ersten Mal hatte Klasnics Körper die von seiner Mutter Sima gespendete Niere abgestoßen, im zweiten Anlauf erhielt er das benötigte Organ von seinen Vater Ivan sen..

Mannschaftsarzt Götz Dimanski machte seinerseits vor Gericht deutlich, dass bereits im Jahre 2002 Werte gemessen wurden, die Hinweise auf eine Nierenerkrankung gaben. Daraufhin habe er Klasnic zu verschiedenen Internisten überwiesen, die jeweils ihre Beurteilung und Empfehlungen abgaben, denen er, Dr. Dimanski, dann nachgekommen sei. Dies teilte Werder Bremen am Abend in einer Erklärung mit.

"Ich denke, dass ich dem Gericht verdeutlichen konnte, dass ich bei der Zusammenarbeit mit Ivan Klasnic keine Werte übersehen habe und überhöhte Werte kontrollieren und von Spezialisten beurteilen ließ. Außerdem ist aus meiner Sicht klar geworden, dass Ivan Klasnic bereits 2002 von seiner Nierenerkrankung gewusst haben muss", sagte Dimanski nach der Verhandlung.

Nach der Ablehnung des Vergleichsvorschlages hat sich das Gericht auf den 8. Mai vertagt. Dann wird es in einem Verkündungstermin mitteilen, dass es einen Gutachter beauftragt, um die Krankengeschichte unabhängig nachvollziehen zu können. Bis zu einem Urteil können also noch Monate vergehen.

Richter Boysen hat jedoch bereits durchblicken lassen, dass er höchstens von einem Schmerzensgeld von 50 000 Euro ausgeht. Er zweifelt offenbar auch die Höhe des von Klasnic angegebenen entgangenen Gewinns von 1,1 Mill. Euro an. Schließlich wären Klasnic auch dann Einnahmen entgangen, wenn die Erkrankung früher erkannt worden wäre.

© SID

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