Fußball National
Landesweite Ausschreitungen sorgen für Nervosität

Randale in Deutschlands Profi-Ligen: Beim Zweitliga-Spiel FC Augsburg gegen 1 860 München ist es am Freitagabend ebenso zu Ausschreitungen gekommen wie bei der Partie Hertha BSC Berlin II gegen Dynamo Dresden in der Regionalliga Nord.

Bei den Krawallen im Pankower Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion wurden 23 Polizisten zum Teil schwer verletzt, insgesamt 22 Personen wurden festgenommen. Ihnen werden unter anderem Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung, Widerstand und Beleidigung vorgeworfen. Auch zwei Anzeigen gegen Polizisten wegen Körperverletzung im Amt sind noch am Abend erstattet worden. In Ausgburg waren schon im Vorfeld mehrere randalierende Münchner Fans vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. Auch im Stadion kam es zu Tumulten.

Schnelle Reaktion des DFB

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) reagierte noch am Wochenende. DFB-Präsident Theo Zwanziger ordnete bis Dienstagmittag eine Bestandsaufnahme mit den jüngsten Vorkommnissen an. Danach sucht der Verband das Gespräch mit der Deutschen Fußball Liga (DFL). Zwanziger und Liga-Präsident Werner Hackmann werden sich intensiv mit der Angelegenheit befassen und möglicherweise kurzfristig Maßnahmen einleiten. "Wir haben die Vorfälle mit Betroffenheit und Sorge zur Kenntnis genommen", sagte Zwanziger am Sonntag, "besonders betroffen hat mich die Gewalt gegen Polizisten gemacht. Bei ihnen möchte ich mich in aller Form entschuldigen und ihnen gute Besserung wünschen."

Sicher ist bereits, dass es Ende Januar bzw. Anfang Februar 2007 zu einem Fußball-Fan-Kongress kommen wird. Dabei werden alle Fan-Gruppierungen, auch diejenigen, die unter Ex-DFB-Boss Gerhard Mayer-Vorfelder ein eher gespanntes Verhältnis zum Deutschen Fußball-Bund hatten, einbezogen. Das Zustandekommen des Fan-Kongresses war Anfang Oktober beschlossen worden.

DFB-Mediendirektor Harald Stenger unterstrich nochmals, dass der DFB gegen Krawallmacher oder Zuschauer, die sich zu rassistischen Äußerungen bei Spielen hinreißen lassen, unnachgiebig vorgehen werde: "Mit Leuten, die versuchen, den Fußball in Verruf zu bringen und für ihre Zwecke zu missbrauchen, wollen wir nichts zu tun haben."

Mehr Schutz in Oberliga-Stadien

In Berlin eskalierte die Situation in der zweiten Halbzeit, als einige Dresden-Fans unter anderem Sitze aus ihren Verankerungen rissen und damit in Richtung Ordner warfen. Als die Zuschauer später versuchten, ein Fluchttor zu öffnen und auf das Spielfeld zu gelangen, musste die Polizei einschreiten. Vier Beamte mussten mit Rippenprellungen, Verdacht auf Knochensplitterungen und Verletzungen an Gelenken ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Polizei, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) wollen die Sicherheitsvorkehrungen gegen Hooligans auch in den meist kleineren Stadien der Oberliga-Staffeln verschärfen. Wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, soll es nach etlichen Ausschreitungen besonders auf ostdeutschen Plätzen der vierten Amateurliga bald mobile Schutzzäune zur Trennung der gegnerischen Fan-Gruppen, besser ausgebildete Ordner und auch Stadienverbote gegen Krawallmacher geben.

Nach Angaben der Berliner Polizei hatten sich die Krawalle quasi schon vor Spielbeginn angedeutet, als sich unter den bereits in der Vergangenheit immer wieder auffällig gewordenen Dynamo-Fans wegen ihrer Zugverspätung eine aggressive Stimmung breit gemacht habe, obwohl der Anstoß eine halbe Stunde nach hinter verlegt wurde.

Krawallmacher stören Waldhof-Spiel

Auch in der Oberliga Baden-Württemberg kam es am Wochenende zu einem Zwischenfall, als rund 30 Fans des Ex-Bundesligisten SV Waldhof Mannheim während der Partie beim 1. FC Pforzheim das Feld stürmten (0:2). Erst der Einsatz von 70 Polizisten und Waldhof-Berater Maurizio Gaudino entschärften die Lage, nachdem die Partie kurz vor dem Abbruch gestanden hatte.

Erst am Mittwochabend hatte die Zweitrundenpartie im DFB-Pokal zwischen den Stuttgarter Kickers und der Bundesliga-Mannschaft von Hertha BSC Berlin abgebrochen werden müssen, nachdem Schiedsrichter-Assistent Kai Voss aus dem Zuschauer-Bereich mit einem gefüllten Hartplastikbecher beworfen worden war.

Am 11. Oktober hatten deutsche Randalierer beim EM-Qualifikationsspiel der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in der Slowakei für Negativschlagzeilen gesorgt. Wegen Gewalt auf Sportplätzen und gegen Schiedsrichter wurden für das Wochenende alle Kreisliga-Spiele im Fußball-Kreis Siegen-Wittgenstein abgesagt.

© SID

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