Fußball National
Löw fordert im Wettskandal "drastische Strafen"

Der Wettskandal zieht immer weitere Kreise. Nun fordert auch Joachim Löw ein hartes Durchgreifen: "Die Betrüger müssen drastisch bestraft werden."

Ein Spiel der WM-Qualifikation unter Manipulationsverdacht, drei Kündigungen beim Süd-Regionalligisten SSV Ulm und ein Einbruch beim im Zentrum des Wettskandals stehenden SC Verl: Während sich der größte Betrugsskandal in der Geschichte des europäischen Fußballs weiter ausweitete, reagierte am Freitag auch Bundestrainer Joachim Löw wegen des Ausmaßes "schockiert" und forderte abschreckende Strafen.

"Wenn es sich herausstellt, dass Spieler oder Schiedsrichter manipuliert haben, müssen die Betrüger drastisch bestraft werden", sagte Löw dem Sport-Informations-Dienst (SID). Der 49-Jährige setzt bei der Aufarbeitung des Skandals in Deutschland, wo mindestens 32 Spiele von der 2. Bundesliga abwärts verschoben worden sein sollen, ganz auf die Arbeit von Krisenmanager und DFB-Boss Theo Zwanziger: "Es ist absolut positiv, wie rigoros Präsident Theo Zwanziger und alle anderen DFB-Vertreter in diesem Fall vorgehen", sagte Löw.

Bosnien gegen Türkei im Visier

Zuvor waren am Freitag neue Details aus den Ermittlungsakten der Bochumer Staatsanwaltschaft bekannt geworden. So sollte nach Angaben von Spiegel TV unter anderem auch das Qualifikationsspiel für die WM 2010 in Südafrika zwischen Bosnien und der Türkei am 9. September 2009 (1:1) verschoben werden. Allerdings scheiterte die Wettmafia offenbar mit ihrem Vorhaben, denn das Spiel sollte eine andere Wendung nehmen.

Angeblich wurden im Zuge der Ermittlungen Telefonate abgehört, in denen darüber gesprochen worden sein soll, wie die Partie zwischen Bosnien-Herzegowina und der Türkei manipuliert werden könnte. Ob oder wie die Partie letztlich beeinflusst wurde - darüber soll sich in den Akten allerdings nichts finden.

Einbruch beim SC Verl

Der in Deutschland offenbar im Zentrum des Manipulationsskandals stehende Regionalligist SC Verl hatte derweil mit einem anderen kriminellen Akt zu kämpfen. Denn in der Nacht zum Donnerstag brachen noch unbekannte Täter in das Büro des Präsidenten Peter Mankartz ein und suchten konkret nach Unterlagen.

"Das ist richtig. Die Unterlagen in meinem Büro sind wild durchwühlt worden", sagte Mankartz dem SID. Gestohlen wurden ein Würfeltresor und ein Aktenvernichter. Der Tresor wurde an einem nahegelegenen See von einem Angler gefunden. Dass der Vorfall im Zusammenhang mit den möglicherweise verschobenen Spielen der Verler in der vergangenen Saison und den vorerst suspendierten Profis Patrick Neumann und Tim Hagedorn steht, konnte Mankartz zumindest nicht ausschließen.

Teamärzte sollten angeblich Spieler vergiften

Aber auch international weitet sich der Skandal weiter aus. So beschrieb der Anwalt eines Beschuldigten, wie von der Wettmafia auf Teamärzte eingewirkt worden sein soll, dass diese einzelne Spieler vergiften. "Es sollen Chefköche von Luxushotels angesprochen worden sein, damit sie Giftstoffe in das Essen der Spieler mischen", sagte Burkhard Benneken der Bild-Zeitung.

Regionalligist SSV Ulm kündigte derweil den Spielern Davor Kraljevic, Marijo Marinovic und Dinko Radojevic. Das bestätigte SSV-Manager Markus Lösch dem Sport-Informations-Dienst (SID). "Laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft steht gegen diese drei Spieler ein Tatverdacht im Raum. Sie sollen in den Skandal involviert sein. Da wir als Verein zu einer schnellen und lückenlosen Aufarbeitung beitragen wollen, haben wir sofort gehandelt", sagte Lösch.

© SID

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