Fußball National
Makkabis "Aufstieg" sorgt weiter für Streit

Nachdem die zweite Mannschaft des des Berliner Vereins TuS Makkabi den Aufstieg in die Kreisliga A vor dem Landgericht erkämpfte, hat der Berliner Fußball-Verband (BFV) nun Einspruch gegen das Urteil eingelegt.

Der Streit um den "Aufstieg" des TuS Makkabi II geht in die nächste Runde. Dem deutschen Fußball könnte nun ein Rechtsstreit mit einem möglichen Grundsatzurteil eines deutschen Zivilgerichts im Streit des Hauptstadt-Vereins mit dem Berliner Fußball-Verband (BFV) um die Liga-Zugehörigkeit von Makkabi II bevorstehen. Der TuS erwirkte Ende vergangener Woche eine einstweilige Verfügung des Landgerichtes Berlin, wonach seine zweite Mannschaft in der Kreisliga A spielen darf. Gegen diese Entscheidung legte der BFV nun wiederum Widerspruch ein.

Weitreichende Konsequenzen

Der Rechtsstreit könnte weitreichende Konsequenzen haben, denn erstmals erstritt eine Mannschaft vor einem Gericht den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse und hebelte damit die Sportgerichtsbarkeit aus. Daraufhin entschied der BFV den für dieses Wochenende geplanten Start der Kreisliga A auszusetzen. "Wir müssen jetzt den Spielplan für 17 Mannschaften gestalten und planen, am 2. September zu beginnen", sagt BFV-Präsident Bernd Schultz, der derzeit keine Möglichkeit für eine außergerichtliche Einigung sieht und eine lange Auseinandersetzung befürchtet.

"Denn Makkabi greift einen Beiratsbeschluss des Verbandes an und durch die einstweilige Verfügung ist die Verbandsautonomie gefährdet", erklärt Schultz. Konkret geht es um die Spielberechtigung von Akteuren aus der zweiten Mannschaft in der ersten Auswahl eines Vereins. Der BFV hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) über den Fall informiert, doch dort gibt man sich gelassen: "Wir warten jetzt das Urteil ab", sagt DFB-Mediendirektor Harald Stenger.

Die gerichtliche Auseinandersetzung ist eine Nachwirkung der von antisemitischen Vorfällen beleiteten Kreisliga-B-Partie zwischen Makkabi II und VSG Altglienicke II im September 2006. Die Partie musste nach einer Entscheidung des Sportgerichts wiederholt werden, doch das Wiederholungsspiel wurde beim Stand von 2:0 für Makkabi wegen eines Unwetters abgebrochen. Die Neuauflage gewann Altglienicke 4:1 und soll dabei aus Sicht von Makkabi nicht spielberechtigte Akteure aus der 1. Mannschaft eingesetzt haben.

Das Sportgericht gab dem Einspruch statt und wertete das Spiel zugunsten von Makkabi, wodurch der Klub in die Kreisliga A aufgestiegen wäre. In zweiter Instanz kippte das Sportgericht sein Urteil jedoch wieder, Makkabi hatte plötzlich den Aufstieg verpasst.

In diesem Verfahren gab es allerdings einen Formfehler, Makkabi wurde nicht gehört. "Diesen Fehler haben wir auch eingestanden", sagt Schultz: "Daraufhin kam es zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens, die Vereine konnten ihre Wünsche äußern, Makkabi forderte die Aufstockung der Kreisliga A." Doch das Sportgericht folgt diesem Antrag nicht, woraufhin Makkabi vors Landgericht zog.

© SID

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