Fußball National
Manipulationsverdacht in fünfter Liga

Aufgrund von ungewöhnlich hohen Wetteinsätzen ist das Fünftliga-Spiel zwischen Werder Bremen III und dem FC Bremerhaven abgesagt worden. Ein Wettbüro hatte Anzeige erstattet.

Das für den vergangenen Samstag angesetzte Fünftliga-Spiel zwischen der dritten Mannschaft von Werder Bremen und dem FC Bremerhaven ist wegen des Verdachts der Wettmanipulation kurzfristig vom zuständigen Spielausschuss abgesagt worden. Das teilte der Bremer Fußball-Verband (BFV) am Samstagnachmittag offiziell mit.

Vor dem Match des 19. Spieltages in der Bremen-Liga war der Landesverband nach eigenen Angaben von der Kriminalpolizei Bremerhaven am Samstagmittag telefonisch darüber informiert worden, dass in einem Bremerhavener Wettbüro hohe Summen auf eine Niederlage des FC Bremerhaven gesetzt worden seien und der Verdacht der Manipulation des Spiels bestehe. Das Wettbüro hat Strafanzeige wegen Wettbetrugs gestellt, wie BFV-Pressesprecher Oliver Baumgart erklärte.

FCB-Klubchef Bernd Günther forderte derweil auch die Verbände zum Handeln auf. "Ich rate den Verbänden darauf hinzuwirken, dass Spiele der 5. Liga nicht auf den Wettschein gehören. In den Stadtligen kennen sich die meisten Spieler und Schiedsrichter untereinander. Da ist das Manipulationsrisiko sehr groß", sagte der Funktionär dem sid.

Klubchef begrüßt Spielabsage

Er begrüße die Absage des Spiels. Dies weise auf die Problematik hin und errege Aufmerksamkeit. Gleichzeitig legte Günther aber auch seine Hand für die Spieler der Bremerhavener ins Feuer: "Unsere Spieler haben meiner Einschätzung nach eine weiße Weste."

Die hohen Einsätze auf eine Niederlage seiner Mannschaft führte Günther auf die große Verletzungsproblematik beim FCB zurück. "Uns fehlen momentan sechs Stammspieler, daher ist es keinesfalls überraschend, dass gegen unsere Mannschaft gewettet wird. Zudem weiß jeder unserer Spieler, dass er aus dem Team fliegt, wenn er sich etwas zuschulden kommen lässt."

Die Partie gegen Werder III war kurzfristig abgesagt worden, nachdem der Verbandsspielausschuss nach Rücksprache mit dem BFV-Präsidium einer Bitte der Kriminalpolizei entsprochen hatte. Um 13.30 Uhr wurde Werder Bremen telefonisch über die Absetzung informiert. Parallel entsandte die Polizei Bremen zwei Streifenwagen zum Spielort, um sicherzustellen, dass die Absetzung auch der Gastmannschaft und dem Schiedsrichter übermittelt wurde.

"Weitere Auskünfte können wir derzeit nicht erteilen, da es sich um ein schwebendes Verfahren seitens der Staatsanwaltschaft und Polizei Bremerhaven handelt", sagte Baumgart. Die weiteren Ermittlungen müssten zunächst abgewartet werden.

© SID

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