Fußball National
Moors bekam "Multivitamin-Pillen" angeboten

Der Trainer des Oberligisten Preußen Münster, Hans-Werner Moors, hat zugegeben, zu seiner aktiven Zeit unbewusst gedopt zu haben. Sogenannte "Multivitamin-Pillen" seien zum Teil von offizieller Seite angeboten worden.

Ein weiterer Fall von Doping im Fußball kommt ans Tageslicht. Jetzt hat Trainer Hans-Werner Moors die unbewusste Einnahme von Captagon zugegeben. Benno Möhlmann, damaliger Teamkollege von Moors, untermauerte dessen Aussagen durch eigene Beobachtungen.

"Ich habe mich in der Zeit als Spieler bei Preußen Münster zwei- oder dreimal überreden lassen und habe Captagon eingenommen", sagte Moors, bis 2006 Coach bei damaligen Regionalligisten Preußen Münster, dem Sport-Informations-Dienst (sid), versicherte aber, nicht gewusst zu haben, um welches Mittel es sich handelt.

Spieler merkten schnell, dass "es ihnen nichts bringt"

"Das wurde uns damals zum Teil von offizieller Stelle als Multivitamin-Pille angeboten. Auch von Trainer Rudi Faßnacht, das ist kein Geheimnis", sagte Moors: "Es hieß: Probiert das mal, ihr braucht Vitamine. Es wird aus der damaligen Zeit viele, viele Spieler geben, die es probiert haben, ohne dass man von systematischem Doping sprechen kann. Denn die Spieler haben schnell gemerkt, dass es ihnen nichts bringt."

Der heute 56-Jährige bestritt für Arminia Bielefeld 1978/79 34 Bundesliga-Spiele und für die Ostwestfalen und Preußen Münster zwischen 1974 und 1 980 154 Zweitliga-Partien. Trainer ist Moors seit 1985, er arbeitete unter anderem in der 2. Bundesliga bei Wattenscheid 09, Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen sowie in der Regionalliga bei Holstein Kiel und Preußen Münster.

"Captagon war in den 70er Jahren Kabinen-Thema"

Möhlmann bestätigte die Aussagen von Moors, bestritt aber die Einnahme des Aufputschmittels. "Ich persönlich habe keine Erfahrung mit diesen Dingen gemacht. Aber Captagon war in den 70er Jahren Kabinen-Thema. Das wurde aber hauptsächlich von Spielern genommen, die nicht so gut waren oder mal die Nacht vor einem Spiel durchgemacht hatten", sagte der Trainer des Regionalligisten Eintracht Braunschweig dem sid.

Möhlmann spielte von 1974 bis 1978 bei Münster in der zweiten Liga, ehe er zu Werder Bremen in die Bundesliga wechselte. Captagon-Doping sei später jedoch weder in seiner Zeit bei Werder (1978 bis 1987) noch beim Hamburger SV (1987 bis 1989) ein Thema gewesen: "Das war vorher."

© SID

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