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Rassismus-Opfer Ogungbure plant Benefizspiel

Nach rassistischen Verunglimpfungen plant Adebowale Ogungbure ein Benefizspiel. Der Fall des Spielers von Oberligist FC Sachsen Leipzig hatte vor über einem halben Jahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Adebowale Ogungbure vom Oberligisten FC Sachsen Leipzig möchte ein Benefizspiel auf die Beine stellen. Dafür versucht das Rassismus-Opfer prominente Profis wie Gerald Asamoah oder Patrick Owomoyela zu gewinnen. Mit den Einnahmen der Partie gegen eine deutsche Auswahl möchte er in Nigeria ein Haus für Jugendliche bauen, erklärte Ogungbure im Sportbild-Interview.

Ogungbure, Ex-Bundesligaprofi des 1. FC Nürnberg, fordert angesichts rassistischer Vorfälle in Fußballstadien zudem ein härteres Vorgehen der Justiz. "Man müsste die Nazis viel konsequenter einsperren und da wie kleine Kinder unterrichten", so der 25-Jährige. Er empfiehlt Anti-Rassismus-Kurse: "Den ganzen Idioten erklären, wie es auf der Welt funktioniert - die haben keinen Horizont. Völkerkunde sollten diese Idioten im Knast kriegen."

Nach seinem Wechsel im Vorjahr nach Leipzig habe er in Oberliga-Partien immer wieder Beleidigungen erlebt. Worte wie "Affe" oder "Bimbo" von den Rängen seien keine Einzelfälle gewesen. Rassistisches Denken komme aber auch von anderen Spielern, beispielsweise sei er da schon mit dem "N-Wort" beschimpft worden.

Der "Fall Ogungbure" hatte vor über einem halben Jahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Nigerianer hatte auf Beschimpfungen von Anhängern in Halle/Saale mit dem Hitlergruß reagiert. Vor wenigen Wochen war er erneut von Anhängern des Halleschen FC mit Affenlauten beleidigt worden. Der Verein musste daraufhin ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen.

CSU-Generalsekretär Markus Söder, Mitglied des Aufsichtsrates beim 1. FC Nürnberg, sieht für eine Verbesserung der Situation in den Stadien unterdessen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) gefordert. Diese müssten in den unteren Ligen Geld in die Hand nehmen und den Vereinen, die das aus eigener Kraft nicht leisten können, ein professionelles Fan-Management zur Verfügung stellen. Seiner Ansicht nach würden auch Patenschaften größerer Klubs für kleine Vereine helfen. Die könnten Tipps geben, wie ein professionelles Fan-Wesen funktioniert.

© SID

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