Fußball National
Schiedsrichter-Lehrgang als Saisonvorbereitung

Wie die Bundesligisten bereiten sich auch die Unparteiischen auf die am 10. August beginnende 45. Bundesliga-Saison vor. Beim Lehrgang in Altensteig-Wart wurde auch das Erkennen von Ellbogen-Checks geübt.

Während sich die Bundesliga-Vereine auf die neue Saison vorbereiten, befinden sich auch die Schiedsrichter in der heißen Phase vor dem Start in die 45. Bundesliga-Saison am 10. August. Primäres Ziel der Referees in der Spielzeit vor der Euro in der Schweiz und Österreich 2008 ist es, die Fehlerquote in Sachen Abseits weiter zu minimieren und Ellbogen-Checks noch konsequenter zu ahnden.

Zudem soll der betont selbstkritische Weg bei der Aufarbeitung von Fehlentscheidungen nach den Partien auch nach dem Willen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fortgesetzt werden. "Deutschland ist das einzige Land, in dem es den Schiedsrichtern erlaubt ist, nach den Spielen mit den Journalisten zu sprechen. Ich bin froh, dass Fehler inzwischen zugegeben werden", erklärte Volker Roth, der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses des DFB, beim dreitägigen Vorbereitungslehrgang der Unparteiischen am Wochenende in Altensteig-Wart im Schwarzwald.

Wie schon eine Woche zuvor beim Arbeitstreffen der 68 Assistenten in Kaiserau stand bei den 16 Erstliga- und 22 Zweitliga-Schiedsrichtern - unter ihnen erstmals auch Bibiana Steinhaus (Hannover) als erste Spielleiterin im deutschen Profifußball - das Erkennen von Abseitsstellungen im Vordergrund.

"Abseitsschulung" im Vordergrund

Obwohl die offiziellen Beobachter den "Pfeifenmännern" in der Saison 2006/2 007 die bislang besten Noten gegeben hatten, besteht Nachholbedarf bei der Beurteilung der "gleichen Höhe". "Da wird noch zu oft Abseits angezeigt", monierte Roth. Um diesbezüglich die Trefferquote zu erhöhen, wurde erstmals auf eigens angefertigte Videos mit insgesamt rund 750 Szenen zurückgegriffen.

Bereits vor der WM 2006 in Deutschland hatten die dort eingesetzten Fifa-Unparteiischen wie Markus Merk (Otterbach) damit gute Erfahrung gemacht. "Sie waren auch diesmal überrascht, dass durch relativ einfache Methoden deutlich wurde, dass es gerade in Sachen Abseits noch Defizite gibt", berichtete "Schiri"-Boss Roth.

Der 65-Jährige sensibilisierte seine Referees auch in Sachen Härte. Roth: "Bei Ellbogen-Checks, da müssen wir verstärkt hinsehen. Da erwarte ich aber auch mehr Unterstützung durch die Assistenten." Eine "rote Welle" befürchtet der frühere Fifa-Schiedsrichter aber deshalb nicht. In den kommenden Wochen werden die Spielleiter auch wieder die Bundesliga-Klubs besuchen, um den Profis per DVD-Vorführung zu verdeutlichen, was wie geahndet wird.

Bestes Indiz dafür, dass die Unparteiischen den Medien auch weiter mit offenem Visier Rede und Antwort stehen wollen, war die Einladung von TV-Moderator Marcel Reif nach Altensteig-Wart. Der Premiere-Mann referierte über das Thema "Was erwartet ein Sportjournalist von einem Schiedsrichter", stellte den Lehrgangs-Teilnehmern aber gleichzeitig ein hervorragendes Zeugnis aus. "Deutsche Schiris sind mit das Beste, was der deutsche Fußball im internationalen Vergleich zu bieten hat", lobte Reif.

© SID

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