Fußball National
"Sir Erich" lässt es ruhig angehen

"Sir Erich" wird der frühere Teamchef der deutschen Nationalmannschaft wegen seines gepflegten Auftretens und seinen vornehmen Umgangsformen genannt. Erich Ribbeck feiert heute seinen 70. Geburtstag.

Erich Ribbeck wurde wegen seines gepflegten Auftretens und seiner vornehmen Umgangsformen zum "Sir". Der frühere Teamchef der deutschen Nationalmannschaft hat seine Trainerkarriere längst zu den Akten gelegt und lässt es heute ruhig angehen. Mit Ehefrau Ulla und einigen guten Bekannten wird der "Sir" im heimischen Pulheim auf seinen 70. Geburtstag anstoßen.

"Mitten in der Woche bekommt man nicht so viel Leute zusammen, zudem sind meine Enkelkinder schulpflichtig, die ich unbedingt dabei haben möchte. Deshalb werden wir demnächst alle zusammen auf Teneriffa ein großes Fest feiern", sagt der ehemalige Bayern-Coach, der auf der Sonneninsel seine zweite Heimat hat, dem Sport-Informations-Dienst (sid).

"Ich habe keinen Grund zu klagen"

Rechtzeitig zu seinem Ehrentag kann sich Ribbeck auch wieder bester Gesundheit erfreuen, nachdem er vor einigen Wochen ein neues Hüftgelenk bekommen hat. "Ich war eine Woche im Krankenhaus und dann drei Wochen in der Reha, jetzt fühle ich mich aber wieder pudelwohl. Ich habe keinen Grund zu klagen," so der gebürtige Wuppertaler, der als Vereinscoach 1988 Bayer Leverkusen zum Uefa-Cup-Sieg geführt hatte.

Mit der Nationalmannschaft lief es dagegen nicht so gut, nachdem er im September 1998 überraschend als Nachfolger von Berti Vogts vorgestellt worden war. Dass er in den DFB-Annalen als der Coach mit der schlechstesten Bilanz eingegangen ist, sieht er heute völlig gelassen. "Ich wurde damals ins kalte Wasser geworfen, konnte keinen Einfluss auf die Planung nehmen und musste mein erstes Spiel direkt in der EM-Qualifikation in der Türkei bestreiten", erinnert sich Ribbeck, der dann bei der Euro 2000 in Belgien und den Niederlanden mit dem peinlichen Vorrunden-Aus sein persönliches Waterloo erlebte und nach dem letzten Vorrundenspiel gegen Portugal (0:3) seinen Hut nahm.

"Das ist Schnee von gestern, die Verantwortlichen konnten ja nichts dafür, dass wir gegen Portugal so schlecht waren", sagt Ribbeck, der nach seiner Demission alle Mitarbeiter während seiner knapp zwei Jahre als DFB-Teamchef zu einem Umtrunk eingeladen hatte. "Irgendwie hat das aber nie mit einem Termin geklappt", berichtet Ribbeck, der dieses Treffen sechs Jahre später dann doch noch organisiert hat. "Wir haben uns Ende vergangenen Jahres alle in Neu-Isenburg getroffen, das war total lustig", äußert Ribbeck, der nach wir vor guten Kontakt zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) pflegt.

Skifahren und Golf als Leidenschaft

Den Fußball verfolgt er nach wie vor sehr interessiert, aber "als Normalsterblicher im Fernsehen". Die Erfolge der heutigen Nationalmannschaft freuen ihn: "Das ist für den gesamten Fußball von Vorteil." Wichtiger als Fußball ist Erich Ribbeck aber seine Familie, vor allem die Enkel, "denen ich das Schwimmen und Skifahren beigebracht habe". Vor allem das Skifahren ist neben Golf - "da bin ich aber nicht so fanatisch wie manch anderer" - Ribbecks große Leidenschaft. "Da bin ich eifriger und auch wilder." Dass er nach seiner OP nur noch eingeschränkt seinem Hobby nachgehen kann, glaubt Ribbeck nicht: "Wenn das mit einer kaputten Hüfte geklappt hat, wird es erst recht mit einer neuen gehen."

Das Einzige, was ihn noch heute aufregt, sind seine Spitznamen "Sir Erich" oder "Gentleman": "Das Äußere ist ja kein Kriterium dafür, was einer leisten kann. Ich kann ja nichts für mein Aussehen. " Und das ist ebenso wie seine Fitness auch mit 70 Jahren noch blendend, was für Ribbeck kein Wunder ist: "Ich bin ja kein Doppelzentner und habe immer gesund gelebt. Das zahlt sich aus."

© SID

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