Fußball National
Stilwandel im deutschen Fußball

Der deutsche Fußball hat den Stilwandel, der beim Sommermärchen 2006 begann, auch 2010 weitergeführt. Der "Panzer" hat ausgedient, es lebe das Qualitätssiegel "made in Germany".

Es ist nicht lange her, dass deutsche Fußballer als "Panzer" oder "Maschinen" gefürchtet und verspottet wurden. Heute ist "made in Germany" ein Qualitätssiegel, Fans und Experten sind begeistert. Im Jahr 2010 setzten die deutschen Teams ihren Stilwandel fort, der mit dem WM-Sommermärchen 2006 begonnen hatte. Deutschland ist inzwischen eine Fußball-Nation, die nicht nur respektiert, sondern auch bewundert wird.

"2010 war ein fantastisches Jahr für die Nationalmannschaft, aber auch ein hervorragendes Jahr für den gesamten deutschen Fußball. Wir haben in vielen Spielen Qualitätsfußball 'made in Germany' gezeigt und uns damit großen Respekt erarbeitet", sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Platz drei bei der WM in Südafrika und die fast schon sichere EM-Qualifikation allein wären nichts Besonderes, denn erfolgreich war Deutschland auch in der Vergangenheit. Doch die Art und Weise, wie die junge Mannschaft um Kapitän Philipp Lahm ihre Gegner teilweise schwindelig spielte, sorgte für Aufsehen.

Selbst der Weltmeister Spanien, der das DFB-Team im Halbfinale besiegte, geriet ins Schwärmen. "Die Mannschaft ist jünger und beweglicher. Was sie in Südafrika gespielt hat, war wirklich sensationell", sagte EM-Torschützenkönig David Villa. Sein Sturmpartner Fernando Torres outete sich gar als "Fan" des deutschen Teams.

Özil steht exemplarisch für neuen Stil

Mesut Özil steht exemplarisch für den neuen deutschen Stil, aber auch für gelungene Integration. "Wir wollen spielerisch überzeugen, wir wollen glänzen. Das ist für mich inzwischen auch typisch deutsch, und das macht mich stolz", sagte der Deutsch-Türke. Viele Fußballer mit Migrationshintergrund spielen in der DFB-Auswahl, beide Seiten profitieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte, die Nationalmannschaft sei "ein Beispiel dafür, dass daraus Vorbilder entstehen können. Vorbilder für unser ganzes Land."

Plötzlich sind deutsche Spieler wieder Exportschlager, nachdem die europäischen Top-Klubs jahrelang einen großen Bogen um sie machten. Özil und Sami Khedira dürfen seit Beginn der Saison das Trikot von Real Madrid tragen. Beim spanischen Rekordmeister avancierten die beiden auf Anhieb zu Leistungsträgern. Die Fans rieben sich vor allem bei Özil verwundert die Augen und staunten, dass da wirklich ein deutscher Spieler derart elegant mit dem Ball umzugehen weiß.

Wechsel ins Ausland nicht mehr so reizvoll

Doch ein Wechsel ins Ausland ist zumindest sportlich gesehen nicht mehr so reizvoll wie früher, denn die Bundesliga hat im 2010 endgültig den Anschluss an die internationale Spitze geschafft. Bayern München zum Beispiel begeisterte in der Champions League mit tollem Offensivfußball und musste sich erst im Finale Inter Mailand (0:2) geschlagen geben.

Als Lohn für die guten internationalen Auftritte winkt Deutschland ab der Saison 2012/13 ein vierter Startplatz in der Königsklasse. Die Bundesliga hat in der dafür relevanten Fünfjahreswertung der Uefa die italienische Serie A deutlich abgehängt und nimmt nun Welt- und Europameister Spanien ins Visier. "Das nächste Ziel muss sein, in den kommenden Jahren die zweitplatzierten Spanier nicht nur anzugreifen, sondern zu überholen", sagte Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL).

© SID

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