Fußball National
Verls Neumann von Mitspieler belastet

Patrick Neumann, im Zuge des Wettskandals suspendierter Kapitän des SC Verl, ist von einem Mitspieler schwer belastet worden. Er soll Mitspieler zur Manipulation angestiftet haben.

Der mit im Zentrum des Wettskandals stehende Regionalligist SC Verl kommt weiter nicht zur Ruhe: So soll der suspendierte Verler Kapitän Patrick Neumann versucht haben, Mitspieler zur Manipulation anzustiften. Das sagte dessen früherer Teamkollege Christian Knappmann der Sport Bild.

"Im Training kam Pepe zu mir. Er meinte: Knappi, kriegst du auch so miese Prämien. Lass uns doch mal gegen uns wetten", soll Patrick Neumann, der von seinen Mitspielern offenbar "Pepe" gerufen wurde, laut Knappmann gesagt haben: "Ich hielt das für einen dummen Spruch, er wollte wahrscheinlich erst mal bei mir vorfühlen. Ich habe aber sofort gesagt: So ein Quatsch!"

"Im Nachhinein ergibt alles einen Sinn"

Verl-Angreifer Knappmann ging eigenen Angaben zufolge nach Bekanntwerden des Skandals durch die Staatsanwaltschaft Bochum vor knapp zwei Wochen zusammen mit einem Teamkollegen zur Vereinsführung und berichtete, dass Neumann ihn möglicherweise für Manipulationen gewinnen wollte.

"Jetzt im Nachhinein ergibt alles einen Sinn. Zum Beispiel, dass einer unserer Spieler ein Training plötzlich abbrach mit Muskelfaserriss. Wir haben ihn wochenlang damit aufgezogen, weil ihm das niemand abnahm. Wir dachten, er hätte keine Lust auf Training. Nun ist klar, warum er das wirklich gemacht hat. Er bekam vor dem Gladbach-Spiel ein konkretes Angebot. Nach seiner Ablehnung wurde er unter Druck gesetzt, bekam Angst - und ließ sich lieber krankschreiben", sagte Knappmann.

Neumann hält sich versteckt

Derweil ist der beschuldigte Neumann aus Angst vor Racheakten der Wettmafia bei seiner Freundin ausgezogen und hält sich derzeit an einem unbekannten Ort versteckt. Unter anderem sollte das Spiel des SC Verl gegen Borussia Mönchengladbach II im Mai verschoben werden, doch Verl gewann auch dank zweier Tore von Knappmann entgegen der Absprache mit 4:3. Neumann waren von der Wettmafia für eine Niederlage "zwischen 5 000 und 10 000 Euro" versprochen worden. Neumann will nach Angaben seines Anwalts Lutz Klose möglicherweise noch einmal bei der Staatsanwaltschaft aussagen.

Unterdessen soll nach Angaben der Sport Bild unter anderem auch ein nordrhein-westfälischer Sechstligist in den Betrugsskandal verwickelt sein. Der SV Lippstadt 08 hat bereits Anwalt Georg Schierholz eingeschaltet. "Wir haben Hinweise bekommen, dass auch wir betroffen sind", sagte Schierholz, der nun auch Akteneinsicht bei der Bochumer Staatsanwaltschaft beantragen will.

© SID

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