Fußball National
Verunsicherung bei Behinderten-Nationalteam

Nach der Disqualifikation durch den Weltverband Inas-FID sind die Spieler der deutschen Behinderten-Nationalmannschaft verunsichert. Auch Trainer Willi Breuer kann die Disqualifikation nicht nachvollziehen.

Nachdem die deutschen Fußballer nach ihrem dritten Platz bei der Weltmeisterschaft der Menschen mit Behinderung im Sommer im eigenen Land vom Weltverband Inas-FID nachträglich disqualifiziert worden sind, herrscht große Unsicherheit im Spielerlager. Beim Trainer ist der erste Schock überwunden: "Die Spieler sind sehr betroffen. Viele haben Angst, ihre Medaille zurückgeben zu müssen. Es gibt noch viele Fragen", erklärt Nationaltrainer Willi Breuer die Situation.

"Vier Spieler haben wir sogar ausgeschlossen"

Der Weltverband hatte die psychologischen Tests, denen sich die Akteure vor Turnierbeginn unterziehen mussten, nicht akzeptiert. "Wir haben nicht betrogen und uns nichts vorzuwerfen. Wir haben ganz gängige Verfahren benutzt. Vier Spieler haben wir dadurch sogar ausgeschlossen", sagte Breuer und ergänzte: "Es wäre für mich schlimmer, wenn wir Spieler eingesetzt hätten, die nicht spielberechtigt waren. Aber das ist nicht der Fall."

Bei den Tests soll die Intelligenz der Spieler und ihr Verhalten im Alltag festgestellt werden. Voraussetzung für eine WM-Teilnahme ist ein IQ unter 75 und Probleme im alltäglichen Leben. Der Weltverband beklagte nun die Verfahrensweisen bei den Tests, die von verschiedenen Psychologen durchgeführt wurden.

Breuer hofft nun, dass der unerfreuliche Vorfall etwas Positives bewirken kann: "Das Problem ist, dass nirgendwo klar vorgeschrieben ist, welcher Test benutzt werden muss. Vielleicht ist der Fall ja eine Chance für die Zukunft, um bei diesen Dingen klarer vorzugehen."

Hoffnung auf Rücknahme der Disqualifikation

Doch momentan zählen für den Fußball-Lehrer die Gegenwart und seine Spieler. "Wir werden uns an einem Wochenende im Januar mit der Mannschaft treffen. Dort wird das Thema mit allen noch einmal ausführlich besprochen. Aber wir wollen natürlich auch noch einmal unseren Erfolg feiern. Denn dieses tolle Event und diese Erinnerungen nimmt uns niemand mehr", meinte der Diplom-Sportlehrer, der trotz der Vorfälle optimistisch nach vorne blickt. "Wir denken positiv und wir wissen, was wir geleistet haben. Vielleicht wird die Disqualifikation ja wieder zurückgenommen."

Endgültig ist die Entscheidung des Weltverbandes nämlich noch nicht. Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Karl Herrmann Haack, und Inas-FID-Chef Jos Mulder (Niederlande) hatten sich darauf verständigt, die Entscheidung bei der nächsten Sitzung des zuständigen Exekutivkomitees im April 2007 erneut zu erörtern.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%