Fußball National
Vizeweltmeister Haller auf Intensivstation

Nach einem Herzinfarkt liegt Ex-Nationalspieler Helmut Haller, Vizeweltmeister 1966 und WM-Dritter 1970, auf der Intensivstation des Augsburger Zentralklinikums.

Der frühere deutsche Nationalspieler Helmut Haller liegt nach einem Herzinfarkt am 2. Weihnachtsfeiertag auf der Intensivstation des Augsburger Zentralklinikums. "Es ist am 26. Dezember passiert. Er wird voraussichtlich zwei Wochen im Krankenhaus liegen und danach eine Kur antreten", sagte Hallers Ehefrau Noraimy dem Sport-Informations-Dienst (sid) am Freitag.

Haller hat "eine schwere Nacht hinter sich"

Sehr besorgt zeigte sich Hallers Sohn Jürgen. "Meinem Vater geht es gar nicht gut. Er hat eine schwere Nacht hinter sich", erklärte Jürgen Haller nach einem Besuch am Donnerstag gegenüber der Augsburger Allgemeinen. "Er hatte bereits am Montag Druckschmerzen in der Herzgegend, und dann bekam er starke Schweißausbrüche. Peter Stiller (ehemaliger Mannschaftsarzt des FC Augsburg/Anm. d. Red.) überwies ihn ins Zentralklinikum auf die Intensivstation", sagte Haller Junior, früher ebenfalls Fußball-Profi, weiter. Nach einem leichten Aufwärtstrend am Mittwoch habe sich die Situation wieder verschlechtert. Jürgen Haller: "Er wurde immer wieder mit Elektroschocks behandelt."

Über gesundheitliche Probleme hatte der dreimalige WM-Teilnehmer Helmut Haller bisher nicht geklagt. Wegen Hüftproblemen musste sich der 66-Jährige einer Operation unterziehen, spielte danach aber sogar hin- und wieder in Prominententeams. Bei seinem Stammklub FC Augsburg wurde er immer wieder als Tribünengast gesehen.

Vor vier Jahrzehnten galt Helmut Haller als erster Deutscher, der durch Fußballspielen reich geworden ist. 1962 wechselte er für ein damals stattliches Handgeld von 300 000 Mark vom FC Augsburg zum AC Bologna, mit dem er 1964 italienischer Meister wurde. Es war viel Geld für den mit sieben Geschwistern in einem eher ärmlichen Augsburger Stadtviertel aufgewachsenen Eisenbahner-Sohn, der sagt, er habe damals als Vertragsspieler in Deutschland nur 160 Mark im Monat verdient.

"Il Biondi" zweimaliger Meister mit Juventus

"Il Biondi", wie er in Italien gerufen wurde, holte mit Juventus Turin 1972 und 1973 noch zweimal den Scudetto. 1973 kehrte Helmut Haller zum FC Augsburg zurück, beendete 1980 er die Karriere. "Es war eine wundervolle Zeit und noch heute liebe ich Italien über alles", sagt Haller.

Helmut Haller spielte als Halbstürmer und machte für Deutschland 33 Länderspiele, in denen er 13 Tore erzielte. Eines davon war das Führungstor für das DFB-Team im WM-Finale 1966 im Wembley-Stadion gegen Gastgeber England (2:4 n.V.). Den Final-Ball schnappte sich Haller und gab ihn erst 1996 bei der EM wieder an den englischen Verband zurück. Insgesamt spielte Helmut Haller drei WM-Turniere: 1962 in Chile, 1966 in England und 1970 in Mexiko.

Zusammen mit Ehrenspielführer Uwe Seeler und Horst Eckel aus der WM-Elf von 1954 kümmerte er sich in der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes um den Nachwuchs, besuchte Stützpunkte und suchte Talente selbst in Gefängnissen.

© SID

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