Fußball National
Völler sorgt sich um die Bundesliga

Ex-Teamchef Rudi Völler hat einmal mehr ein größeres Augenmerk auf "bessere Qualität" und "taktische Dinge" in der Bundesliga gefordert. An der Inszenierung des Fußballs übte der 26-Jährige dagegen deutliche Kritik.

Der frühere Nationalmannschafts-Teamchef Rudi Völler hat seine Sorgen um die Bundesliga nochmals unterstrichen. "Ich glaube, dass die Entwicklung nicht in die richtige Richtung geht. Wir müssen darauf achten, dass die Qualität wieder besser wird, dass wir mehr auf taktische Dinge achten statt auf Sachen, die mit dem Fußball auf dem Rasen nicht mehr zu tun haben", sagte der Sportdirektor des Tabellen-Sechsten Bayer Leverkusen in einem Interview mit dem Express.

Mainz als schlechtes Beispiel

Der 46-Jährige monierte bei der Wiederholung seiner Kritik aus der Vorwoche vor allem die Inszenierung des Fußballs in Deutschland als Ereignis oder Erlebnis. "Ich habe das Gefühl, dass es immer weniger um den Inhalt geht. Das Schlimmste habe ich in Mainz erlebt. Da führen die Bayern 4:0, und von den Mainzer Fans kommt ein Humba, Humba, täterä. Als Spieler musst Du bei sowas einen Tobsuchtsanfall bekommen. Das kann doch nicht wahr sein, dass bei so einem Spielstand Partystimmung herrscht. Da lasse ich mich lieber beschimpfen oder auspfeifen", erklärte der Weltmeister von 1990 und fügte in einer Kolumne für das Fachmagazin kicker hinzu: "Da hat man nicht mehr das Gefühl, dass der Sport ernst genommen wird."

Große Bedenken hat Völler auch wegen der immer größer werdenden Kluft zwischen den deutschen Vereinen und den Klubs aus den europäischen Spitzen-Ligen. "Ich habe mir das Spiel zwischen Schalke und Dortmund im Fernsehen angesehen. Gleichzeitig lief das Spiel zwischen Chelsea und Arsenal. Ich hatte das Gefühl: Das sind zwei unterschiedliche Sportarten. In der englischen Premier League ist das Spiel schneller, es gibt kaum Unterbrechungen. Diese Liga ist zur Zeit das Maß aller Dinge", sagte der frühere Vollblut-Stürmer.

Zustimmung für Blatter-Vorschlag

Als ein positives Signal sieht Völler den jüngsten Vorschlag von Weltverbands-Präsident Joseph S. Blatter, nach dem in jeder Mannschaft künftig wieder mindestens sechs Spieler aus dem eigenen Land stehen sollen: "Das halte ich für sehr vernünftig. So etwas wie bei Arsenal, wo elf Ausländer in der Startformation stehen, kann doch nicht die Wahrheit sein."

Über seine Zukunft in Leverkusen hat Völler, der zuletzt Gerüchte über einen Wechsel zum Bayer-Ligarivalen Eintracht Frankfurt heftigst dementierte, noch keine Entscheidung getroffen: "Ich habe ein herzliches Verhältnis zum Klub und zur Bayer AG. Ich werde mich irgendwann mit den Verantwortlichen zusammensetzen und eine Entscheidung treffen. Dabei wird es nicht um Finanzen gehen." Der Vertrag Völlers in Leverkusen läuft zum Saisonende aus.

© SID

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