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Zwanziger nennt Sammer einen "erstklassigen Mann"

Der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Dr. Theo Zwanziger, ist ein Freund der klaren Worte. Im Interview sprach Zwanziger unter anderem über einen möglichen DFB-Sportdirektor.

Dr. Theo Zwanziger, Geschäftsführender Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat sich für ein sportförderndes Wettsystem, eine zeitnahe TV-Übertragung von Spielen der Fußball-Bundesliga und gegen die späten Anstoßzeiten von Länderspielen ausgesprochen. Zudem machte sich Zwanziger in mehreren Zeitungs-Interviews für eine Besetzung der Stelle des DFB-Sportdirektors noch in 2005 stark.

"Es wäre klug, wenn wir das bis Ende des Jahres hinter uns gebracht hätten, weil der neue Mann ja auf die Besetzung von Trainerstellen im Verband Einfluss nehmen will und soll. Aber unter Zeitdruck lassen wir uns nicht setzen", meinte Zwanziger. Erneut sprach er sich für einen Sportdirektor aus dem Osten aus. Im DFB-Trainerstab sei "keiner mit einer Ost-Vita, und das ist nicht gut".

Den zuletzt immer wieder als Kandidat gehandelten ehemaligen Dortmunder und Stuttgarter Trainer Matthias Sammer nannte Zwanziger einen "erstklassigen Mann". Der 60-Jährige hob aber hervor, dass die Aufgabe langfristig angelegt sei: "Da kann man nicht nach einem halben Jahr sagen: "Jetzt will ich mal wieder ein Bundesliga-Angebot annehmen".

Dr. Zwanziger gegen Live-Wetten

Am Tag des Starts der Anhörung über das staatliche Monopol von Sportwetten vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe forderte Zwanziger, den Sport in den Mittelpunkt der Diskussionen zu stellen. "Ob das Bundesverfassungsgericht für oder gegen das Monopol entscheidet, ist für mich zweitrangig. Egal, wer die Wetten veranstaltet: Der Sport muss geschützt werden, indem bestimmte Wetten nicht zugelassen werden. Und das Zweite ist, dass der Sport und der Fußball, die die Wetten ja überhaupt erst möglich machen, auch einen angemessenen Anteil daran bekommen."

Skeptisch steht Zwanziger vor allem jenen Wetten gegenüber, die noch während eines Fußballspiels getätigt werden können oder die sich auf Tatsachenentscheidungen wie beispielsweise Elfmeter beziehen. Durch solche Angebote sei eine Manipulation durch ein oder zwei Leute möglich und lukrativ. "Wenn ein paar Betrüger entscheiden können, ob ein Ereignis wie gewettet eintritt, dann ist der Sport kaputt."

Unterdessen ist nach Einschätzung von Zwanziger eine Erstübertragung von Bundesligaspielen im Free-TV erst ab 22.00 Uhr allenfalls unter entsprechenden finanziellen Voraussetzungen vorstellbar: "Dann müssten die wirtschaftlichen Vorteile so groß sein, dass man eine solche Verschiebung auch öffentlich vertreten kann." In die Vergabe der Rechtepakete wolle sich der DFB aber nicht einmischen. "Die Liga weiß sehr genau, worum es geht", so Zwanziger.

Die späten Anstoßzeiten der Länderspiele - die Partie Frankreich gegen Deutschland am Samstag beginnt beispielsweise erst um 21.00 Uhr - bezeichnete er als "extrem unbefriedigend". Der DFB wolle sich in Gesprächen mit den TV-Anstalten dafür einsetzen, dass die Spiele künftig wieder früher beginnen.

© SID

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