Fußball Nationalmannschaft
Ballack-OP wirbelt eine Menge Staub auf

Die Kritik englischer Medien am Zeitpunkt seiner Knöcheloperation hat Michael Ballack energisch zurückgewiesen. Dem 30-Jährigen hätte sogar das Karriereende gedroht, deutete Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt an.

Mit Kopfschütteln und absolutem Unverständnis hat Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack auf die in englischen Medien kolportierte Kritik an dem Zeitpunkt seiner Knöchel-Operation reagiert. "Es ist absoluter Schwachsinn und wirklich lächerlich, die Operation im Zusammenhang mit den Länderspielen Anfang Juni zu sehen. Kein Fußballer der Welt würde ein FA-Cup-Finale gegen Manchester, ein Champions-League-Halbfinale gegen Liverpool und die eventuelle Finalteilnahme für ein EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino riskieren", erklärte Ballack im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Der 30-Jährige hatte sich am Sonntag vor einer Woche im Meisterschaftsspiel der englischen Premier League mit Chelsea bei Newcastle United nach einem Tritt eines Gegenspielers die Knöchelverletzung zugezogen. Die Ärzte der "Blues" hatten nach einer Kernspintomographie am vergangenen Montag keine Verletzung der Bänder oder des Knochens feststellen können.

Konservative Behandlung ohne Erfolg

"Dann wurde die Verletzung vier Tage konservativ behandelt, aber es ist keine Besserung eingetreten. Deshalb bin ich in Absprache mit den Chelsea-Ärzten zu meinem Vertrauensarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nach München geflogen, um eine zweite Meinung einzuholen", sagte Ballack.

Dabei stellte Nationalmannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt, der den DFB-Kapitän bereits seit zehn Jahren betreut, eine schmerzhafte Knochen-Absplitterung im Knöchel fest, die sofort operativ behandelt werden musste. Ein Chelsea-Arzt überzeugte sich in München am Wochenende persönlich von der Diagnose Müller-Wohlfahrts.

Ballack hofft auf baldige Rückkehr

Ballack muss nun mehrere Tage eine Gipsschiene tragen, hofft aber dennoch, in dieser Saison noch für Chelsea auflaufen zu können. "Ich habe mich ja nicht zum Spaß operieren lassen und würde jetzt auch lieber mit dem Team gegen Liverpool auf dem Rasen stehen. Ich hoffe weiterhin, bei einem möglichen Finale in der Champions League und auch im Ligaendspurt noch auflaufen zu können", meinte Ballack.

Englische Medien hatten Ballack am Wochenende dafür kritisiert, sich in der entscheidenden Phase von Meisterschaft, FA-Cup und Champions League operieren zu lassen. Dagegen berichtete DFB-Mediendirektor Harald Stenger nach einem Gespräch mit Müller-Wohlfahrt am Montag, dass sogar die Fortsetzung der Karriere von Ballack bei nicht sachgemäßer Behandlung der Verletzung in Gefahr geraten wäre.

"Unser Nationalmannschafts-Arzt hat mir mitgeteilt, dass nach seiner Diagnose vom Freitag eine sofortige Operation unumgänglich und zwingend notwendig war. Dr. Müller-Wohlfahrt diagnostizierte freie Gelenkkörper im oberen linken Sprunggelenk als Folge der Verletzung von Michael Ballack aus dem Spiel gegen Newcastle United. Jedes weitere Training oder jeder weitere Spieleinsatz hätte zu einer Verschlimmerung der Verletzung geführt und unter Umständen eine Fortsetzung der Karriere von Michael Ballack gefährden können", erklärte Stenger und fügte hinzu: "Außerdem hat Dr. Müller-Wohlfahrt versichert, dass er vor dem Eingriff beide Vereinsärzte des FC Chelsea in einem Telefongespräch ausführlich informiert und ihnen die Notwendigkeit der sofortigen Operation begründet habe."

© SID

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