Fußball Nationalmannschaft
Beckenbauer glaubt an deutsche EM-Qualifikation

Franz Beckenbauer glaubt vor dem Spiel in Tschechien allen Personalsorgen von Bundestrainer Joachim Löw und Formproblemen der Bayern-Profis zum Trotz fest an die EM-Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft.

Weder die Personalsorgen, die Bundestrainer Joachin Löw plagen, noch die anhaltende Formschwäche der Bayern-Profis können den Optimismus von Franz Beckenbauer trüben. Der "Kaiser" glaubt vor dem Gipfeltreffen der deutschen Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation in Tschechien fest an eine Fortsetzung der Erfolgsserie unter Löw. "Ich sehe für unsere Elf überhaupt keine Gefahr, weil sich schlussendlich die ersten beiden Mannschaften qualifizieren. Gegen die Tschechen wird es sicher ganz eng, aber ein Remis würde ja schon reichen", sagte Beckenbauer vor dem Spitzenspiel in Prag am kommenden Samstag (20.45 Uhr/live in der ARD) dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Trotz des Kaisers Optimismus hat der bislang in sieben Spielen als Bundestrainer ungeschlagene Löw vor dem richtungweisenden Duell im Stadion von Sparta Prag weiter mit großen Personalsorgen zu kämpfen. Am Samstag zog sich auch noch der in der Vergangenheit immer wieder von Rückschlägen geplagte Abwehrchef Christoph Metzelder von Borussia Dortmund im Bundesligaspiel gegen den 1. FC Nürnberg (0:0) eine Prellung der Augenhöhle zu. "Ich kann auf links so gut wie nichts mehr sehen. Ich weiß nicht, ob es mit dem Länderspiel klappt", sagte Metzelder. Bei der Untersuchung im Krankenhaus wurde nach Angaben von BVB-Coach Thomas Doll allerdings "nichts Ernstes" festgestellt.

Dünne Personaldecke vor Gipfeltreffen

Dennoch wird der Dortmunder, der den Verein zum Saisonende verlassen wird, wohl zumindest bei den ersten Trainingseinheiten der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nur zuschauen können. Definitiv fehlen werden beim Treffen des WM-Dritten am Dienstag in Frankfurt der gesperrte und zudem verletzte WM-Torschützenkönig Miroslav Klose sowie Mario Gomez, Mike Hanke, Oliver Neuville und Gerald Asamaoh, der beim 1:0-Erfolg der Schalker gegen den VfB Stuttgart sechs Monate nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch sein Comeback feierte. Zudem müssen die verletzten WM-Teilnehmer Tim Borowski und Arne Friedrich ebenso wie der gesperrte Clemens Fritz passen.

Sorgen bereitet Löw, der als Nachfolger von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann sechs seiner sieben Spiele gewann, auch die aktuelle Verfassung der Bayern-Spieler. Beim 0:1 beim Abstiegskandidaten Eintracht Frankfurt spielten Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm unter Löws kritischen Augen weit unter Form. "Die jungen Spieler profitieren aber von der Zusammenarbeit mit Ottmar Hitzfeld. Das wird sich auch für die Nationalmannschaft auszahlen", meint Beckenbauer.

Debütanten im Mittelpunkt des Interesses

In den Mittelpunkt rücken beim ersten Training der DFB-Auswahl am Mittwoch auf der "Kleinen Kampfbahn" neben der Frankfurter WM-Arena drei Grünschnäbel. Abwehrspieler Gonzalo Castro und Angreifer Stefan Kießling von Bayer Leverkusen sowie Mittelfeldspieler Roberto Hilbert vom VfB Stuttgart stehen spätestens beim Testländerspiel gegen Dänemark in Duisburg am Mittwoch in einer Woche (20.00 Uhr/live im ZDF) vor ihrem Debüt.

Löw hält große Stücke auf die Nachrücker. "Gonzalo ist ein sehr flexibler Spieler, der auf vielen Positionen eingesetzt werden kann. Ihm gehört auf jeden Fall die Zukunft. Hilbert ist spielintelligent und laufstark, wir sehen ihn als Alternative zu Bernd Schneider auf der rechten Seite. Kießling hat bewiesen, dass er Tore erzielen kann, schnell und konterstark ist. Wir haben ihn schon lange im Auge und sind sehr von seinen Fähigkeiten überzeugt", erklärte der 47-Jährige, der sich am Samstagabend in Stuttgart den Boxkampf zwischen Luan Krasniqi und Brian Minto anschaute.

Auch im Tor drängt sich dem Bundestrainer neben den arrivierten Jens Lehmann und Timo Hildebrand eine Alternative auf. Der bereits beim Konföderationen-Cup 1999 in Mexiko zum DFB-Aufgabot zählende Schlussmann Robert Enke (Hannover 96) hielt beim 0:0 gegen den Hamburger SV mit einer sensationellen Dreifach-Parade drei Minuten vor Spielende den Punkt für die Niedersachsen fest und wird beim Test gegen die Dänen zu seinem ersten Länderspieleinsatz kommen. "Es ist schön, der Mannschaft mit so einer spektakulären Aktion zu helfen, das braucht man manchmal. Jetzt kann ich ganz locker und entspannt zur Nationalmannschaft fahren", sagte der 29-Jährige.

© SID

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