Fußball Nationalmannschaft
Bewährungsprobe für Podolski im Nationalteam

Bundestrainer Joachim Löw bezieht rund zwei Wochen vor Beginn der Asien-Reise der deutschen Nationalmannschaft (26. Mai bis 3. Juni) zu den brisanten Fragen im Kreis des Vize-Europameisters deutlich Stellung. Klartext sprach Löw vor allem in Richtung Lukas Podolski, dessen Ohrfeige gegen Kapitän Michael Ballack beim WM-Qualifikationsspiel gegen Wales in Cardiff (2:0) für große Aufregung gesorgt hatte.

"Er hat für einen Imageschaden der Nationalmannschaft gesorgt. Was Lukas getan hat, ist inakzeptabel und kann vom DFB nicht toleriert werden. Natürlich hat er mit seiner Aktion in Cardiff seinen Kredit erst mal aufgebraucht. Er ist an eine Grenze geraten, beim nächsten Fehler dieser Art werden wir Konsequenzen ziehen", sagte Löw im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Montag-Ausgabe).

"Normalerweise gehört eine Strafe dazu"

Sollte sich der im Sommer von Rekordmeister Bayern München zum 1. FC Köln zurückkehrende Podolski in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eine weitere Verfehlung leisten, würde wie bei Kuranyi die Suspendierung folgen. "Solange ich Bundestrainer bin, würde ich ihn nicht mehr zu einem Länderspiel einladen", sagte Löw, der von einer Bestrafung für Podolski nach der Ohrfeigen-Affäre abgesehen hatte: "Geldstrafen gibt es beim DFB nicht. Ist es eine Strafe, wenn er nicht mit zu den Länderspielen nach Asien fährt und stattdessen Urlaub macht? Normalerweise gehört eine Strafe dazu, in diesem Fall ist sie aber sinnlos."

Sinnlos vor allem deshalb, weil für fast keinen Spieler, der am 19. Mai von Bundestrainer Löw für die Reise zu den Partien gegen China in Shanghai am 29. Mai (14.00 Uhr/live in der ARD) und gegen die Vereinigten Arabischen Emirate in Dubai am 2. Juni (20.00 Uhr/live im ZDF) nominiert wird, die Teilnahme eine Belohnung darstellt. Urlaub wäre den meisten Profis lieber.

"Dass die Reise nicht ideal ist, haben wir schon vor einem Jahr gewusst. Der Termin liegt außerhalb der Fifa-Abstellungsperiode, wir wollten aber spielen. Dass wir bei dieser Reise auf einige Spieler verzichten müssen, war von Anfang an klar", sagte Löw, der aber auch keinem Spieler Hoffnung machen will, der keine WM-Perspektive hat: "Wir halten den Kader lieber klein."

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