Fußball Nationalmannschaft
Bundestrainer Löw: "Wir müssen tierisch aufpassen"

Vor dem Länderspiel gegen Zypern warnt Joachim Löw aufgrund zahlreicher Ausfälle davor, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. "Wir müssen tierisch aufpassen", so der Bundestrainer.

Absage der Nummer eins, zwei kurzfristige Ausfälle im Mittelfeld, viele Langzeitverletzte und ein paar Stars außer Form: Mit erheblichen Sorgen ist die deutsche Nationalmannschaft am Montagnachmittag von Frankfurt/Main aus zum letzten Länderspiel des Jahres auf die Mittelmeerinsel Zypern geflogen.

Entsprechend haben Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff die Spieler am Montag noch einmal eindringlich davor gewarnt, das EM-Qualifikationsspiel am Mittwoch (20.00 Uhr MEZ/live im ZDF) in Nikosia gegen den vermeintlichen Underdog auf die leichte Schulter zu nehmen und durch eine Pleite möglicherweise die positive Jahresbilanz zu gefährden.

"Wir müssen tierisch aufpassen"

"Wir dürfen Zypern absolut nicht unterschätzen. Wir reden schon von Bilanzen, davon wie das Jahr ausgeht. Aber das ist sehr gefährlich. Wir müssen tierisch aufpassen. Wir haben noch eine wichtige und unangenehme Aufgabe vor uns", sagte Bierhoff.

Insbesondere die Ausfälle von Bernd Schneider und Piotr Trochowski sowie der Nummer eins Jens Lehmann, aber auch die Verfassung einiger Spieler bereiten Bierhoff Sorgen: "Einige Spieler sind müde, haben viel gespielt, zudem haben wir viele Verletzte. Die Situation für Joachim Löw ist sehr schwierig. Es wäre der größte Fehler, wenn wir meinen würden, das Spiel in Zypern geht wie San Marino locker an uns vorbei."

Auch Löw räumte ein, dass man angesichts der aktuellen Probleme und der hohen Belastung der Nationalspieler in den vergangenen Wochen "aufpassen muss. Es gibt keinen Grund, Zypern zu unterschätzen". Zumal er Zypern, das durch einen 5:2-Heimerfolg gegen Irland aufhorchen ließ, stärker als die Iren und die Slowakei einschätzt.

Kapitän Michael Ballack, der gegen die Zyprioten sein 75. Länderspiel bestreiten wird, kündigte bereits an, sich seine Kollegen zur Brust nehmen zu wollen, falls einer den Gegner nicht ernst nehmen sollte. Immerhin wolle man nach Aussage des England-Legionärs vom FC Chelsea "nicht nur drei Punkte. Wir wollen den positiven Eindruck dieses Jahres in die Weihnachtszeit mitnehmen und noch einmal bestätigen".

Erfahrung von Schneider und Lehmann "kaum zu ersetzen"

Die Voraussetzungen für den Bundestrainer sind allerdings vor seinem sechsten Spiel so schlecht wie noch nie in seiner bisher viermonatigen Amtszeit. Nachdem Stammtorwart Lehmann am Sonntagabend wegen einer Grippe abgesagt hatte, musste Löw am Montag die Reise nach Zypern auch noch ohne die angeschlagenen Schneider (Muskelverhärtung im Oberschnenkel) und Trochowski (Achillessehnenprobleme) antreten. Beide mussten nach einer eingehenden Untersuchung bei Nationalmannschafts-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt passen und fallen rund zwei Wochen aus.

Laut Ballack seien insbesondere die erfahrenen Schneider und Lehmann "kaum zu ersetzen. Sie sind Stützen der Mannschaft, die viel Erfahrung mitbringen, die uns nun fehlt". Aber auch Podolski würde mit "seinen vielen wichtigen Toren" abgehen. Dennoch sieht der 30-Jährige die deutsche Nationalmannschaft derzeit in einem "so gefestigten Zustand, dass wir die Lücken schließen können".

Erste Alternative zu Schneider im Mittelfeld könnte der Stuttgarter Thomas Hitzlsperger sein. David Odonkor und der nachnominierte Paul Freier müssten sich in diesem Fall mit der Jokerrolle zufrieden geben. Im Sturm streiten sich Mike Hanke und Oliver Neuville um den Platz neben dem gesetzten Miroslav Klose.

© SID

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