Fußball Nationalmannschaft
Dänen kochen vor Wut

Die Pflicht ist nach dem Sieg in Tschechien erledigt, der Test gegen Dänemark ist nun nur noch die Kür. Das sieht man auch am Kader, den Joachim Löw für das Spiel in Duisburg nominiert hat. Die Dänen ärgert das maßlos – und so fliegen ungeahnte Giftpfeile Richtung DFB.

DUISBURG. "Wenn Deutschland das Spiel nicht haben will, warum spielen wir dann überhaupt?", fragte der frühere Schalker Christian Poulsen zur Entscheidung von Joachim Löw, acht Stammspieler zu schonen. Auch Nationaltrainer Morten Olsen ließ seiner Wut über die plötzliche Abkommandierung von acht deutschen Spielern nach dem 2:1-Sieg am Samstag in der EM-Qualifikation in Tschechien freien Lauf. "Ich habe viele Jahre hier gearbeitet und die Deutschen immer als sehr gastfreundlich erlebt. Aber das ist respektlos", schimpfte der frühere Bundesliga-Spieler und -Trainer des 1. FC Köln.

"Mein Kollege muss mich nicht anrufen und sagen, mit welcher Taktik er spielt oder wenn ihm zwei oder drei Leute ausfallen", erklärte Olsen und ärgerte sich vor allem über den Stil seines Kollegen sowie des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): "Die Absprache war ganz deutlich die, dass wir beide mit der besten Mannschaft spielen. Wenn es dann Gründe gibt, warum der DFB sieben oder acht Spieler ersetzen muss, kann man anrufen und darüber reden. So habe ich es aus der Zeitung erfahren, und das macht man einfach nicht."

Auch Poulsen lästert

Nach dem Spiel in Tschechien habe er "keine sieben oder acht verletzte Spieler bei Deutschland erkennen können", monierte Olsen und wollte auch der Argumentation Löws, seinen Spieler wegen zu großer Belastung eine Pause zu gönnen, nicht folgen: "Ich weiß, es gibt Spieler, die schon viele Spiele absolviert haben, aber die habe ich auch. Und bei mir rufen jetzt die Vereinstrainer an, und fragen mich: "Wieso brauchst Du meine Spieler? Die Deutschen spielen doch auch nicht mit der A-Elf.""

Poulsen, der inzwischen beim spanischen Uefa-Cup-Sieger FC Sevilla spielt, unterstützt diese These. "Ich habe in dieser Saison schon 46 Spiele absolviert und damit sicher mehr als jeder deutsche Spieler", meinte der Ex-Bundesliga-Profi: "Wir haben noch mehr Spieltage ausstehen als in Deutschland, und mein Verein ist noch im Pokal und im Uefa-Cup vertreten. Aber ich bin stolz, für mein Land zu spielen."

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