Fußball Nationalmannschaft
Deutschland feiert 6:0-Pflichtsieg

Im EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino hat die deutsche Nationalmannschaft einen 6:0 (1:0)-Pflichtsieg eingefahren. Es dauerte allerdings 45 Minuten, bis Kevin Kuranyi der erste Treffer gegen den Außenseiter gelang.

Glanzloser Pflichtsieg statt Tor-Rekord: Mit dem 6:0 (1:0) gegen Fußball-Zwerg San Marino konnte die deutsche Nationalmannschaft zwar ihre Tabellenführung in der Gruppe D der Qualifikation für die Euro 2008 in Österreich und der Schweiz ausbauen und eine erfolgreiche Generalprobe für den Saisonabschluss am kommenden Mittwoch in Hamburg gegen den Gruppenvierten Slowakei hinlegen, der Auftritt des WM-Dritten war aber alles andere als eine Offenbarung.

Bilanz unter Löw weiter makellos

Durch das vorangegangene 0:0 zwischen Wales und Tschechien verbesserte die DFB-Auswahl aber immerhin ihre ohnehin respektable Position in der Gruppe und führt das Klassement mit 16 Punkten aus sechs Spielen weiter vor den zuvor punktgleichen Tschechen (14) an. Gegen die Slowaken kann Deutschland die Tabellenführung weiter ausbauen, da die Tschechen am Mittwoch spielfrei sind. Durch den Erfolg gegen die San Marinesen blieb zudem Bundestrainer Jochim Löw auch im sechsten Pflichtspiel unter seiner Regie ungeschlagen.

Kevin Kuranyi (45.), der Neu-Bayer Marcell Jansen (52.) mit seinem ersten Länderspieltreffer, Torsten Frings per Foulelfmeter (54.), zweimal Mario Gomez (63. und 65.) sowie Clemens Fritz (67.) erzielten die Treffer für die deutsche Mannschaft, die zur Pause allerdings mit Pfiffen in die Kabine verabschiedet worden war.

Vor 40 000 Zuschauer im nicht ganz ausverkauften Nürnberger WM-Stadion tat sich die deutsche Mannschaft vor allem im ersten Durchgang äußerst schwer gegen den 195. der Fifa-Weltrangliste, der nach dem 0:13 im Hinspiel einen doppelten Abwehrriegel installiert hatte.

Dennoch ergaben sich für den WM-Dritten gute Chancen, die allerdings zum Teil fahrlässig vergeben wurden. Vor allem dem zuletzt in die Kritik geratenen WM-Torjäger Miroslav Klose, der gemeinsam mit Kuranyi den Angriff bildete, war die Verunsicherung anzumerken. Der Bremer verpasste zunächst in der sechsten Minute die mögliche Führung, zudem vergab er jeweils per Kopf noch zwei gute Gelegenheiten.

Aber auch Thomas Hitzlsperger, der gleich zweimal scheiterte, Kuranyi, Jansen sowie Ersatz-Kapitän Bernd Schneider per Freistoß verfehlten vor der Pause das Ziel. Gegen Jansen, Hitzlsperger und Schneider konnte sich jeweils San Marinos Torwart Aldo Junior Simoncini auszeichnen.

Lehmann nach Patzer im Glück

Kurz vor der deutschen Führung hätten die Gäste das 1:0 erzielen können, aber Manuel Marani konnte einen schlimmen Patzer von Torwart Jens Lehmann nicht nutzen. Der Keeper von Arsenal London hatte in dieser Situation Glück, dass er nicht vom Platz gestellt wurde. Denn die TV-Bilder bewiesen eindeutig, dass er den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand gespielt hatte. Schiedsrichter Tony Asumaa hatte diese Aktion aber offenbar nicht bemerkt.

Die deutsche Elf, die nach 45 Minuten im Hinspiel bereits 6:0 geführt hatte, wirkte in vielen Phasen der ersten Hälfte äußerst unkonzentriert und brachte trotz großen Bemühens die Amateure aus San Marino selten in Verlegenheit. Erst nach dem Seitenwechsel zeigte die Kabinenpredigt von Bundestrainer Joachim Löw Wirkung.

Die Gastgeber verpassten es aber, den bislang höchsten Sieg einer DFB-Auswahl in Stockholm aus dem Jahr 1912 (16:0 gegen Russland) und den bislang höchsten Heimerfolg aus dem Jahr 1940 (13:0 gegen Finnland) zu toppen, was bereits nach 45 Minuten klar war.

Denn dem haushohen Favoriten, bei dem neben Kapitän Michael Ballack auch Leistungsträger wie Lukas Podolski, der im Hinspiel viermal getroffen hatte, oder Bastian Schweinsteiger fehlten, ließ vor allem im Angriff Durschlagskraft vermissen.

Erst im zweiten Durchgang entfachte die deutsche Mannschaft einen Sturmlauf, der einigermaßen an das Hinspiel erinnerte. Nach den Treffern von Jansen und Frings sowie der Gelb-Roten Karte für Davide Simoncini (54.), der den Foulelfmeter verursacht hatte, war der Bann gebrochen. Unter dem Strich konnte das Team von Löw, der etwas überraschend den Stuttgarter Roberto Hilbert anstelle des Bremers Clemens Fritz von Beginn an gebracht hatte, aber nicht überzeugen.

Klose erneut von der Rolle

Vor allem Klose, der angeblich nach dem kommenden Länderspiel an der Elbe seinen Wechsel zu den Bayern bekannt gibt, war ein Schatten seiner selbst. Dabei hatte sich vor allem Löw erhofft, dass der Bremer gegen die San Marinesen zu alter Stärke zurückfindet und neues Selbstbewusstsein für die Aufgabe gegen die Slowakei tankt..

© SID

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