Fußball Nationalmannschaft
DFB-Kicker fighten um den Stammplatz

Knapp drei Wochen vor dem WM-Eröffnungsspiel hat bei der deutschen Nationalmannschaft der Kampf um die Stammplätze begonnen. Noch gibt es einige offene Stellen, entsprechend ehrgeizig gehen die Spieler zu Werke.

Der Kampf um die Plätze hat begonnen: Sie feuern sich an, rennen, grätschen, fighten, als ob es schon um den Einzug ins WM-Finale gehen würde. Dabei steht am Montagvormittag "nur" ein ganz normales Training im "Stade Geneve" an. Doch knapp drei Wochen vor dem WM-Eröffnungsspiel hat bei der deutschen Nationalmannschaft längst der erbitterte Kampf um die Stammplätze begonnen.

Im Vorbereitungs-Trainingslager in Genf will Jürgen Klinsmann nicht nur die taktischen und spielerischen Grundlagen für den Auftakt am 9. Juni gegen Costa Rica und den großen Traum vom WM-Titel im eigenen Land legen. Der Bundestrainer will vor allem sehen, dass sich alle für einen Platz in der Startelf zerreißen und wer dem enormen Druck standhalten kann. Noch gibt es einige offene Stellen.

Entsprechend ehrgeizig gehen die Spieler nach dem "Familien-Urlaub" auf Sardinien zu Werke, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, sich keine Schwächeperiode leisten zu dürfen. "Keiner darf sich sicher sein, keiner darf sich ausruhen", warnt Klinsmann seine 23 WM-Starter vor einem Schlendrian und schürt bewusst den Konkurrenzkampf. Jeder Einzelne habe die Pflicht, "auf sein bestmögliches Niveau zu kommen. Auch wenn einer nicht spielt, hat er die Aufgabe, auf seiner Position Druck auszuüben", verdeutlicht der Bundestrainer.

Würde die Weltmeisterschaft (9. Juni bis 9. Juli) morgen losgehen, "hätte ich eine Mannschaft im Kopf, aber bis zum Spiel gegen Costa Rica kann das schon wieder ganz anders aussehen", führt Klinsmann weiter aus. Aus eigener Erfahrung als Spieler weiß er ohnehin, "dass die Mannschaft, die alle auf der Rechnung hatten und die oft auch in ein Turnier gestartet war, zum Schluss anders ausgesehen hat".

Wohl noch drei Positionen offen

Nach momentanem Stand sind wenigstens noch drei Positionen offen, um die sieben Spieler streiten. In der Innenverteidigung ist Per Mertesacker (21) gesetzt, um den zweiten Platz kämpfen Jens Nowotny (32), Christoph Metzelder (25) und Robert Huth (21). Metzelder laboriert aber nach wie vor an den Folgen eines Muskelfaserrisses in der Wade, kann erst am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Chelsea-Profi Huth fehlt die Spielpraxis, womit Routinier Nowotny von Bayer Leverkusen derzeit Favorit ist.

Auf der linken Seite der Viererabwehrkette wäre Philipp Lahm unter normalen Umständen gesetzt. Nach seiner Ellenbogen-Operation kann der Verteidiger von Bayern München aber erst in gut einer Woche wieder voll mittrainieren. Bis zum WM-Start wird es ein "kleiner Wettlauf mit der Zeit" (Lahm). Dies würde die Chance für Marcell Jansen bedeuten. Der Gladbacher (20) betonte jedoch schon, ganz fairer Sportsmann, "dass ich eigentlich nicht von der Verletzung von Philipp profitieren möchte".

"Boro" und "Schweini" kämpfen um Platz im Mittelfeld

Bleibt ein offener Platz im linken Mittelfeld, um den sich der Bremer Tim Borowski und der Münchner Bastian Schweinsteiger bewerben, beide in der Spielanlage sehr verschieden. Während "Schweini" seine Stärken im Dribbling hat und mit Überraschungsmomenten zu glänzen weiß, verfügt der aktuell leicht erkältete Borowski über das bessere Passpiel und besseres Zweikampfverhalten in der Defensive.

Ihren Platz sicher haben derzeit wohl Torwart Jens Lehmann, Arne Friedrich und Mertesacker in der Abwehr, Kapitän Michael Ballack, Bernd Schneider und Torsten Frings im Mittelfeld sowie Miroslav Klose und Lukas Podolski im Sturm. Allerdings wüsste momentan noch keiner, behauptet "Poldi", "ob er im ersten Spiel dabei ist". Ballack und Co. kann er damit nicht gemeint haben. Doch auch die vermeintlich gesetzten Spieler müssten sich laut Klinsmann beweisen, "sie müssen zeigen, dass sie besser sind".

Um die Form seiner Spieler zu überprüfen, hat der Bundestrainer täglich zwei harte Trainingseinheiten in Genf angesetzt. Am Dienstagabend testet die DFB-Auswahl zudem gegen den Drittligisten Servette Genf, am Donnerstag steht ein weiterer Probelauf gegen die A-Junioren von Servette auf dem Programm, beide Spiele finden unter Auschluss der Öffentlichkeit statt.

"Das sind reine Testläufe, um die Form zu finden und Spielzüge zu automatisieren", erläuterte Co-Trainer Joachim Löw, "erst in den folgenden Länderspielen wollen wir unsere Formation einspielen". Bis zum WM-Auftakt gegen Costa Rica stehen noch drei Spiele auf dem Programm: Am 27. Mai in Freiburg gegen Luxemburg, am 30. Mai in Leverkusen gegen Japan und am 2. Juni in Mönchengladbach gegen Kolumbien.

© SID

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