Fußball Nationalmannschaft
DFB-Team gegen Georgien mit ungewohntem Gesicht

Die deutsche Nationalmannschaft wird beim heutigen Test in Rostock gegen Georgien (20.00 Uhr/live im ZDF) mit einer ungewohnten Aufstellung auflaufen. So bekommt zum Beispiel Mike Hanke eine Chance im Angriff.

Bundestrainer Joachim Löw zeigt sich beim heutigen Testspiel der deutschen Nationalmannschaft in Rostock gegen Georgien (20.00 Uhr/live im ZDF) reichlich experimentierfreudig. "Wir werden das ein oder andere ausprobieren", kündigte der Bundestrainer an, der einigen Spielern aus dem zweiten Glied gegen das Team des ehemaligen Bundesliga-Trainers Klaus Toppmöller eine Chance geben wird.

"Verpflichtung für ein gutes Spiel"

"Auch wenn wir einiges testen werden, haben wir unseren Fans und der Nation gegenüber die Verpflichtung, ein gutes Spiel abzuliefern. Und das ist auch unser Ziel", erläuterte Löw-Assistent Hans-Dieter Flick kurz vor dem Abflug der DFB-Auswahl am Freitagnachmittag von Berlin an die Ostsee, wo die Mannschaft am Abend ihr Abschlusstraining bestritt.

Der frühere Bundesligaprofi gab zudem erste Einblicke in die Aufstellung. So wird der Wolfsburger Mike Hanke, der bei der WM nur im Spiel um Platz drei gegen Portugal zum Zuge kam, neben Lukas Podolski stürmen. David Odonkor wird auf der rechten Außenbahn spielen und aller Voraussicht nach der Bremer Clemens Fritz auf rechts in der Viererkette sein Nationalmannschaftsdebüt geben. "Es ist durchaus möglich, dass wir das ein oder andere neue Gesicht sehen", meinte Flick, der zudem bestätigte, dass Arne Friedrich Chef der Abwehr sein wird.

"Er hat nach der WM noch einmal einen Sprung gemacht und eine sehr positive Entwicklung genommen", verdeutlichte Flick. Dass die Viererkette nach dem Ausfall von Marcell Jansen erneut umgestellt werden muss, ist für Arne Friedrich kein Problem. "Das Wichtigste ist, dass wir mittlerweile eine super Grundordnung haben. Egal, wer reinkommt, jeder kennt seine Aufgabe. Das ist der Schlüssel zum Erfolg", meinte der 45-malige Nationalspieler und führte die ersten drei Spiele nach der WM als Beweis an, in denen Deutschland jeweils zu Null spielte.

Jubiläumsspiel für Schneider

Ebenso wie Löw betonte aber auch der Hertha-Kapitän, dass das EM-Qualifikationsspiel am kommenden Mittwoch in der Slowakei "die höchste Priorität" habe. "Es ist gut, dass wir uns gegen Georgien einspielen können, aber das Spiel gegen die Slowaken ist natürlich weitaus wichtiger." Löw hatte aus diesem Grund in den vergangenen Tagen auch seine WM-Stars Miroslav Klose, Torsten Frings, Bernd Schneider oder auch Philipp Lahm in Watte gepackt. Klose und Schneider, der im Ostseestadion sein 75. Länderspiel bestreiten könnte, werden zunächst bewusst gegen die Georgier geschont, damit sie am Mittwoch wieder topfit sind. Für Jens Lehmann steht zudem Timo Hildebrand im Tor.

Dass auf Grund der vielen Umstellungen der Schuss nach hinten losgehen könnte, befürchtet Flick nicht. "Wir haben auch beim 13:0 in San Marino gesehen, dass wir jeden Gegner ernst nehmen und unsere Mannschaft zudem Spaß am Fußball hat. Wir haben uns wie immer intensiv auf das Spiel vorbereitet und haben Respekt vor dem Gegner, auch wenn wir natürlich in erster Linie auf unser Spiel schauen."

Wichtig sei in den vergangenen Trainingstagen in Berlin gewesen, dass sich die Neulinge Piotr Trochowski, Jan Schlaudraff und eben auch Fritz von ihrer besten Seite gezeigt hätten. "Sie haben sich sehr gut integriert und sehr gute Arbeit geleistet. Sie verfügen über eine hohe Qualität."

Hanke will ins Tor treffen

Die habe auch Hanke in den Einheiten unter Beweis gestellt, so Flick weiter. Der siebenmalige Nationalspieler, der eine Woche zuvor den 1:0-Siegtreffer des VfL Wolfsburg gegen Bayern München erzielt hatte, sprüht vor Ehrgeiz: "Das ist für mich eine Riesenchance, mich zu zeigen. Ich will beweisen, dass ich zu Recht bei der Nationalmannschaft dabei bin und möglichst ein Tor machen."

Eine Schlüsselrolle kommt am Samstag Michael Ballack zu. Der Kapitän, für seinen neuen Arbeitgeber FC Chelsea derzeit gesperrt, soll ausgeruht im Mittelfeld die Fäden ziehen. "Er ist unser Leader. Und sollten tatsächlich viele junge oder neue Spieler auf dem Feld stehen, muss er ihnen die nötige Rückendeckung geben. Ballack weiß genau, was er zu tun hat", sagte Flick.

Auch wenn Ballack den WM-Dritten trotz der vielen personellen Änderungen zu einem erfolgreichen Jahresabschluss vor eigenem Publikum führen will, gab er sich einigermaßen skeptisch: "Es wird für die Jungen nicht so einfach wie vor der WM, als man nur Testspiele hatte. Jetzt geht es um die Quali, nicht um Experimente. Mal sehen, ob diese Spieler auch langfristig bleiben."

© SID

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