Fußball Nationalmannschaft
DFB-Team verpasst gelungenen Jahresabschluss

Die deutsche Nationalelf hat einen erfolgreichen Jahresabschluss verpasst. Gegen England verlor das Team von Joachim Löw mit 1:2. Helmes traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Nach einer der schwächsten Vorstellungen unter Bundestrainer Joachim Löw hat die deutsche Nationalmannschaft eine bittere Pleite zum Jahresabschluss kassiert. Ohne Michael Ballack und Torsten Frings verlor die DFB-Elf den Klassiker gegen England völlig verdient mit 1:2 (0:1) und konnte auch im achten Anlauf ihren "Berlin-Fluch" gegen das Mutterland des Fußballs nicht beenden. England verlor keines der Duelle zwischen beiden Ländern in der deutschen Hauptstadt.

Matthew Upson erzielte nach einem Fehler von Torwart Rene Adler in der 24. Minute das 1:0 für die Gäste. "Joker" Patrick Helmes glich in der 63. Minute zwar aus, doch Kapitän John Terry (84.) sorgte per Kopf für den Siegtreffer der Gäste.

Nach den jüngsten Querelen um Ballack, Frings und Löw wäre der deutschen Mannschaft ein positiver Jahresabschluss wie gerufen gekommen - stattdessen gab es die dritte Niederlage im 15. Spiel in 2008 und ein gellendes Pfeifkonzert der 74 244 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion.

Kurioser Ausgleichstreffer

Höhepunkt aus deutscher Sicht war der kuriose Ausgleichstreffer von Helmes. Der Leverkusener brauchte in der 63. Minute den Ball nur noch ins leere Tor zu schieben, nachdem er geistesgegenwärtig ein Missverständnis zwischen Terry und Torwart Scott Carson ausgenutzt hatte.

"Die Engländer waren über das gesamte Spiel besser. Wir haben einen schlechten Tag erwischt. Wir haben verdient verloren", meinte Löw, der Schwächen in Raumaufteilung, Organisation und Spielaufbau bemängelte. "Wir waren einfach nicht gut genug", gab auch Bastian Schweinsteiger zu. Helmes konnte sich über seinen Treffer kaum freuen. "Das Tor war natürlich schön für mich, aber wir haben das Spiel verloren", meinte der Leverkusener, und ähnlich ging es Debütant Marvin Compper: "Natürlich hat es mich gefreut, von Beginn an gespielt zu haben, die Niederlage hat das Debüt aber natürlich getrübt."

Der Klassiker konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Zwei Jahre und fünf Monate nach dem letzten Länderspiel in Berlin, dem umjubelten Viertelfinal-Erfolg nach Elfmeterschießen gegen Argentinien bei der WM 2006, bekamen die Fans im 31. Länderspiel zwischen den beiden Fußball-Großmächten nur wenige Strafraumszenen zu sehen. Vor allem die deutsche Mannschaft ließ im Spiel nach vorne zunächst jegliche Präzision vermissen, so dass Englands Torwart David James (Carson wurde nach der Pause eingewechselt) nur selten eingreifen musste.

Upson schießt England in Führung

Die Briten hatten deutlich mehr Spielanteile, und gleich mit der ersten Chance gelang den Gästen die Führung. Nach einem Eckball von Stewart Downing faustete der Leverkusener am Ball vorbei, Upson schoss aus dem Gewühl den Ball ins leere Tor.

Danach übernahm die deutsche Elf etwas mehr Initiative, hatte aber gegen sehr präsente und aggressive Engländer einen sehr schweren Stand. Abwehr- und Mittelfeldspieler kamen mit dem aggressiven Pressing der "Three Lions" nicht zurecht. Erst in der 33. Minute bekam das deutsche Team die erste Chance, bezeichnenderweise nach einer Standardsituation. Heiko Westermann köpfte aber nach einem Freistoß von Bastian Schweinsteiger über das Tor. In der 45. Minute war Adler dann bei einem Schuss von Stewart Downing zur Stelle.

Löw bot in seiner Anfangself Compper statt Philipp Lahm, der nach seiner Verletzung noch geschont wurde, auf der linken Abwehrseite auf. Der 23-Jährige von Bundesliga-Aufsteiger 1 899 Hoffenheim kam damit als 20. Spieler in der Ära Löw zum Debüt in der Nationalmannschaft. Torwart Tim Wiese (Werder Bremen), Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg) und Comppers Klub-Kollege Tobias Weis mussten zunächst weiter auf ihren Einstand warten. Wiese wurde zur Halbzeit wie zuvor abgesprochen eingewechselt, Schäfer kam in der 77. Minute für Compper aufs Feld.

Auch Helmes bekam zunächst keine Bewährungschance, der Bundestrainer vertraute im Angriff auf Miroslav Klose, der Michael Ballack als Kapitän vertrat, und Mario Gomez. Beide Spitzen hatten bis zu ihrer Auswechslung kaum Bindung zum Spiel.

Verletzungssorgen bei den Gästen

Für Ballack und Frings, die noch nicht wieder im Kader standen, spielten wie angekündigt Jermaine Jones und Simon Rolfes im Mittelfeld. Auch Englands Teammanager Fabio Capello musste zahlreiche verletzte Stars ersetzen, unter anderem Steven Gerrard, Rio Ferdinand, Wayne Rooney. David Beckham hatte wegen mangelnder Spielpraxis erst gar keine Einladung erhalten.

Nach der Pause kam neben Wiese auch Helmes (für Klose), Marko Marin (für Jermaine Jones) und in der 57. Minute unter dem Jubel der Fans auch der leicht angeschlagene Lukas Podolski für Gomez, doch gegen die sehr diszipliniert agierenden Briten ergaben sich weiterhin kaum Chancen. Nur eine Minute vor Helmes' Ausgleich hatten die Gastgeber Glück, als Darren Bent Torwart Wiese bereits ausgespielt hatte, dann aber vor dem leeren Tor ausrutschte. In der 79. Minute traf Shawn Wright-Phillips mit seinem Schuss aus gut 20 Metern nur den Pfosten.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%