Fußball Nationalmannschaft
DFB-Team vor Pflichtaufgabe gegen Liechtenstein

In der WM-Qualifikation empfängt die deutsche Nationalmannschaft heute (20 Uhr) Liechtenstein. Kapitän Michael Ballack hat Wiedergutmachung für die vergangenen Partien angekündigt.

Liechtenstein vor Augen, Wales im Kopf: Wenn Vize-Europameister Deutschland heute gegen Fußball-Zwerg Liechtenstein in Leipzig (20.00 Uhr/live im ZDF) seinen Vorsprung in der Europa-Gruppe vier der WM-Qualifikation erfolgreich verteidigen will, spukt bei Bundestrainer Joachim Löw und seinen Spielern schon der nächste Gegner im Kopf herum. "Natürlich beschäftigt sich man auch schon mit den Walisern, denn in Cardiff erwartet uns eine äußerst schwierige Aufgabe", gab Bundestrainer Joachim Löw zu.

Zugleich versicherte er aber, dass er seit Dienstag mit der Mannschaft zunächst mal nur auf das Match gegen den 152. der Fifa-Weltrangliste hingearbeitet habe. "Wir haben Respekt vor dem Gegner, der uns im Hinspiel zumindest 45 Minuten geärgert hat", erinnerte der Bundestrainer an den vergangenen September, als der Vize-Europameister zur Pause in Vaduz gerade mal 1:0 geführt hatte, am Ende aber mit einem standesgemäßen 6:0 in die WM-Qualifikation startete.

Löw: "Wieder unser wahres Gesicht zeigen"

"Wichtig ist, dass wir nach den letzten Niederlagen gegen England und Norwegen, die auch bei uns Spuren hinterlassen haben, wieder unser wahres Gesicht zeigen", erklärte Löw. Nach dem 1:2 gegen England und dem peinlichen 0:1 gegen Norwegen will der dreimalige Welt- und Europameister gegen die durch wenige Profis verstärkte Amateurauswahl aus dem Fürstentum zunächst einmal Frustbewältigung betreiben. Zudem will sich die Löw-Elf für die ungleich schwerere Aufgabe am kommenden Mittwoch im Millennium-Stadion von Cardiff warmschießen und neues Selbstvertrauen gewinnen.

Dazu beitragen soll vor allem Lukas Podolski, der zuletzt wegen mangelnder Fitness gegen Norwegen gefehlt hatte. Dass der Münchner, im Hinspiel zweifacher Torschütze, nach der Absage von Miroslav Klose im DFB-Team besonders gefordert ist, ficht den 23-Jährigen nicht an: "Ich stehe als Fußballer unter Druck, seit ich 18 bin. Damit muss und kann ich gut leben. Ich will meine Tore machen, um uns der WM-Qualifikation ein Stück näher zu bringen. Die ist unser großes Ziel, daher müssen wir gegen Liechtenstein und Wales gewinnen."

Gomez hofft auf Ende der Torflaute

Podolski und Mario Gomez, der letztmals vor rund einem Jahr beim 4:0 in der Schweiz für die DFB-Auswahl getroffen und seitdem in zwölf Länderspielen nur Fahrkarten geschossen hat, wollen vor 43. 368 Zuschauern im ausverkauften Zentralstadion zu einem Torfestival beitragen. "Ich hoffe, dass es gegen Liechtenstein endlich wieder klappt und der Knoten platzt. Ich bin körperlich richtig gut drauf und mache mir über die Vergangenheit keine Gedanken mehr", sagte Gomez.

Ganz andere Sorgen hat Michael Ballack, der schon am Samstag wieder seine Leader-Qualitäten unterstreichen will. "Ich will das Team führen und selbst voran gehen", sagte der DFB-Kapitän, der den Fans "Wiedergutmachung" ankündigte und versprach, dass die DFB-Auswahl in den ersten Pflichtspielen des Jahres wieder hoch konzentriert auftreten werde: "Wir müssen eine Reaktion zeigen, und wir werden eine Reaktion zeigen."

Enke erhält Vorzug vor Wiese

Am liebsten wären Ballack zwei klare Siege, die auch Robert Enke einfordert. "Wir sind in der Pflicht, deshalb müssen sechs Punkte her", sagte der Torwart von Hannover 96, der den Vorzug vor Tim Wiese erhalten hatte. Der Bremer hatte sich nach der Verletzung von Rene Adler gute Chancen ausgemalt und reagierte nach der Entscheidung pro Enke sehr enttäuscht, wie Bundestorwarttrainer Andreas Köpke berichtet.

Für Enke ist nach einer verletzungsbedingten halbjährigen Auszeit im DFB-Team die Nominierung aber folgerichtig. "Ich bin der einzige deutsche Torwart, der bislang gegen Liechtenstein zu Null gespielt hat. Deshalb bin ich genau der richtige Mann für dieses Spiel." Neben sechs Punkten mit dem Team verfolgt der 31-Jährige in den kommenden Tagen auch ein sehr ehrgeiziges persönliches Ziel: "Ich will in beiden Spielen ohne Gegentor bleiben."

© SID

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