Fußball Nationalmannschaft
DFB-Tross vor Abflug nach Moskau frohen Mutes

Kurz vor dem Abflug zum WM-Qualifikations-Showdown nach Moskau herrscht im Lager der deutschen Nationalelf Zuversicht. Das berichtet Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff.

Bundestrainer Joachim Löw tüftelt an der Aufstellung, Manager Oliver Bierhoff plant bereits für die WM in Südafrika - doch die meiste Arbeit vor dem Spiel des Jahres müssen bei der deutschen Nationalmannschaft die Masseure verrichten. "Die Physios mussten die ein oder andere Viertelstunde mehr arbeiten und sicherlich genauer hinschauen", berichtete Bierhoff kurz vor dem Abflug der DFB-Auswahl am Donnerstagmittag mit einer Chartermaschine von Frankfurt/Main nach Moskau. Nach Angaben des Ex-Kapitäns werden bis zum möglicherweise schon entscheidenden WM-Qualifikationsspiel am Samstag gegen Russland (17.00 Uhr Mesz/live im ZDF) auf dem Kunstrasen des Luschniki-Stadions aber alle 22 Akteure fit sein.

Auch am Donnerstagvormittag und-abend legten die vier Physiotherapeuten der Nationalmannschaft Sonderschichten ein, um die Muskeln von Deutschlands Elite-Kickern für den Gruppenshowdown zu lockern. Nach nur drei Trainingseinheiten auf dem ungewohnten Geläuf in Mainz hatten einige Spieler über muskuläre Probleme geklagt, nach dem peinlichen Test gegen eine Nachwuchsmannschaft des gastgegebenden FSV (0:1) auch über Sehnen- und Gelenkbeschwerden. "Das sind aber alles nur kleine Wehwehchen", gab Bierhoff Entwarnung und stellte dann die Bedeutung des Gipfeltreffens in der Gruppe vier heraus.

Bierhoff: "Kunstrasen darf keine Ausrede sein"

"Es ist enorm wichtig für den DFB und den deutschen Fußball, dass wir uns für die WM qualifizieren. Der Kunstrasen darf keine Ausrede sein, auch wenn es natürlich eine Umstellung ist. Aber die Spieler sind heiß und freuen sich auf das Duell", sagte der 41-Jährige vor dem Flug in die russische Hauptstadt, die den Tabellenführer der Gruppe vier mit Dauerregen und Temperaturen um die zehn Grad empfing. Dank Rückenwind war der DFB-Tross nach knapp drei Stunden um 18.35 Uhr Ortszeit 25 Minuten früher als vorgesehen in Moskau gelandet.

Unterdessen suchte Löw auch bei einer kurzen Trainingseinheit am Donnerstagmorgen auf dem Plastik-Grün nach der passenden Formation, die ähnlich wie beim 2:1 im Hinspiel vor einem Jahr den Verfolger in Schwierigkeiten bringen kann. "Wir beschäftigen uns damit, welche Spieler prädestiniert sind, die Aufgabe auf Kunstrasen zu bewältigen", sagte der Bundestrainer und fügte selbstbewusst hinzu: "Wir spielen auf Sieg, denn wir wollen uns frühzeitig für die WM qualifizieren." Mit einem Sieg wäre dem Vize-Europameister das Ticket für Südafrika nicht mehr zu nehmen. Bei einem Remis müsste vier Tage später in Hamburg Finnland bezwungen werden, um sich als Gruppenerster direkt für die WM-Endrunde zu qualifizieren.

Bei einer historischen Niederlage - die deutsche Elf hat in der WM-Qualifikation auswärts noch nie verloren - wäre der zuhause in der WM-"Quali" noch ungeschlagenen "Sbornaja", die derzeit noch einen Punkt hinter der DFB-Auswahl liegt, der Gruppensieg aber kaum noch zu nehmen. Das Team von Trainerfuchs Guus Hiddink spielt am kommenden Mittwoch in Aserbaidschan, das unter dem früheren Bundestrainer Berti Vogts noch kein "Quali"-Spiel gewinnen konnte. Als Zweiter müsste Deutschland am 14. und 18. November in die Play-offs.

Ballack: "Ich werde vorangehen"

Doch soweit wollen es Michael Ballack und Co. gar nicht erst kommen lassen. "Wir haben uns gut vorbereitet und werden ein gutes Spiel machen", sagte der Kapitän, der bei einem Gespräch in Moskau von DFB-Präsident Theo Zwanziger noch mal auf seine Führungsrolle eingeschworen wurde. "Ich werde vorangehen", versicherte Ballack, der im Hinspiel getroffen hatte.

Bierhoff, der als Spieler 2001 in der WM-Qualifikation schon eine ähnliche Konstellation erlebt hatte, baute für den Fall der Fälle aber schon einmal vor. "Damals haben wir das vorletzte Spiel gegen England in München 1:5 verloren und mussten dann in die Play-offs gegen die Ukraine. Im Nachhinein haben uns diese beiden Spiele noch enger zusammengeschweißt. Und beim 4:1 im Rückspiel in Dortmund haben wir dann den Zusammenhalt mit den Fans hergestellt", erinnerte Bierhoff an das Nachsitzen vor der WM 2002 in Japan und Südkorea, wo die DFB-Auswahl dann überraschend Vize-Champion wurde.

Auf neuerliche Zitterpartien wie vor sieben Jahren wolle man aber dennoch lieber verzichten, um dann im November gegen Chile und Ägypten frühzeitig für die WM-Endrunde zu proben. Um in Moskau zu bestehen, müssten "die Tagesform, die körperliche Fitness und die Einstellung" passen, sagte der Teammanager. Zudem sei enorm wichtig, wie die Mannschaft mit dem Druck umgehe. "Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir in den wichtigen Spielen auf den Punkt da sind", bemerkte der frühere Stürmerstar, der die Stimmung des Bundestrainers trotz aller Anspannung als "gewohnt locker" beschrieb.

© SID

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