Fußball Nationalmannschaft
DFB und adidas bleiben sich bis 2018 treu

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und adidas haben am Montag in Herzogenaurach die langfristige Verlängerung ihrer über 50 Jahre währenden Partnerschaft bis 2018 bekanntgegeben.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und adidas bleiben mindestens bis 2018 Partner. Beide Parteien haben am Montag in Herzogenaurach die langfristige Verlängerung ihrer über 50 Jahre währenden Geschäftsbeziehungen bekanntgegeben.

Die Vertragsverlängerung ist Resultat eines Vergleichs, den das angerufene Schiedsgericht beiden Parteien angeraten hatte. Im Rahmen dieses Kontraktes bleibt das fränkische Unternehmen bis Ende 2018 offizieller Ausrüster des DFB und wird auch weiterhin die komplette Spiel-, Trainings- und Freizeitbekleidung aller DFB-Auswahlmannschaften stellen.

Zwanziger kritisiert DFL

Adidas-Chef Herbert Hainer sprach von einem "historischen Tag", doch Dr. Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), schaute alles andere als glücklich drein. Der DFB-Boss nutzte die Gelegenheit, seinem Unmut über die Kritik der Deutschen Fußball Liga (DFL) an dem Deal ungewohnt emotional Luft zu verschaffen.

"Ich bin nicht nur enttäuscht, ich bin verletzt, tief verletzt, weil wir das von der Liga nicht kennen. Ich kann das nur als Doppelmoral bezeichnen", sagte Zwanziger mit zitternder Stimme. Sein Respekt vor den 36 Profiklubs hindere ihn daran, zu einer noch deutlicheren Wortwahl zu greifen, ergänzte er: "Was geschehen ist, werde ich nicht akzeptieren. Das hat der DFB nicht verdient."

Für die Treue zum Sportartikel-Hersteller aus Herzogenaurach verzichtet der DFB auf Mehreinnahmen von rund 250 Mill. Euro, nachdem er ein Konkurrenzangebot des US-Konzerns Nike ausgeschlagen hatte. Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball hatte diesen Schritt mit "erheblichen Bedenken" verfolgt und bekundet, der DFB hätte - weil die Liga an dem Deal partizipiert - aus Rücksicht auf die 36 Profi-Klubs - einen finanziell besseren Abschluss erzielen müssen.

Mit Verwunderung reagierte Rauball am Montag auf die Kritik von Zwanziger: "Wir sind über die Aufgeregtheit sehr verwundert, da es sich nicht um persönliche Dinge, sondern um eine sachliche Bewertung handelt. Es sollte nichts Ehrenrühriges sein, wenn man bei wirtschaftlichen Zusammenhängen mit großer Tragweite um ausreichend Zeit für eine sorgfältige Entscheidung bittet. Ein entsprechender Antrag auf weitere Gespräche wurde im DFB-Präsidium abgelehnt."

Die Aufwendungen von adidas für die Ausrüstung der DFB-Auswahlmannschaften bleiben bis 2011 (elf Mill. Euro per annum) unverändert. Ab 2011 soll die Summe pro Jahr auf 20 Mill. Euro steigen, hinzu kommen Sachleistungen, so dass das fränkische Unternehmen alles in allem rund 25 Mill. Euro pro Jahr aufbringen muss. Laut kicker wird sich adidas außerdem ab sofort beim Bau von 1 000 Bolzplätzen und mit Investitionen in den Landesverbänden engagieren.

Auf ihrer Präsidiumssitzung im März habe die DFL dem DFB volle Verhandlungshoheit zugesprochen - umso überraschender sei für ihn die herbe Kritik Rauballs nach Abschluss der Gespräche gekommen, meinte Zwanziger. "Die Erwartungshaltung der DFL war nicht zu erfüllen. Da hätten wir die Nationalelf schon zur einen Hälfte mit adidas und zur anderen mit Nike ausrüsten und von jedem Partner 50 Mill. Euro pro Jahr bekommen müssen", sagte Zwanziger. Auch die Aussage Rauballs, die DFL sei über die Gespräche mit adidas nicht ausreichend informiert gewesen, wies Zwanziger zurück.

Die Vertragsverlängerung war möglich geworden, nachdem ein vom DFB beauftragtes Schiedsgericht zwischen adidas und DFB vermittelt hatte. Das war nötig geworden, weil der Sportartikel-Hersteller auf eine mündliche Vereinbarung aus dem Sommer 2006 auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung pochte, der DFB aber das Konkurrenz-Angebot intensiver prüfen wollte. Eine schriftliche Fixierung des Wunsches auf eine weitere Zusammenarbeit habe es entgegen anderslautender Berichte nicht gegeben, sagten Zwanziger und Hainer.

"Entscheidung zwischen Tradition, Recht und Geld"

"Es war eine Entscheidung zwischen Tradition, Recht und Geld. Wir haben die Tradition gewahrt und die Rechtsfrage sauber geregelt - und sind finanziell sehr zufrieden", sagte Zwanziger über den Deal. Kritik an der Zusammenstellung des Schlichtergremiums wollte er nicht teilen: "Wir haben nicht angefangen zu mauscheln, sondern hochangesehene Juristen beauftragt."

Hainer ergänzte, dass die Verhandlungen - vor allem wegen der vorzeitigen Einigung vor einem Jahr und des Nike-Angebots - recht schwierig gewesen seien: "Wir hatten unterschiedliche Ansichten, aber es sind keine Verletzungen zurückgeblieben. Wir arbeiten mit vielen Verbänden und Spielern zusammen, aber die Zusammenarbeit mit dem DFB ist etwas ganz Besonderes."

Im Rahmen des neuen Vertrages ist auch vorgesehen, dass Hainers Unternehmen noch intensiver mit den DFB-Landesverbänden zusammenarbeitet, das Bolzplatz-Projekt des Verbandes unterstützt, den Nachwuchs intensiver fördert und den DFB in seinem Bemühen zur Seite steht, die Frauen-WM 2011 nach Deutschland zu holen. "Das kommt unserer gesamten Gesellschaft zugute", sagte Zwanziger.

© SID

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