Fußball Nationalmannschaft
Frauen-Team setzt bei der WM auf Angerer

Die "T-Frage" in der Frauen-Nationalmannschaft ist entschieden. Nachdem sich Silke Rottenberg im Training erneut verletzte, wird Nadine Angerer als Stammtorhüterin zur Weltmeisterschaft nach China reisen.

Eine der letzten offenen Fragen bei der Frauenfußball-Nationalmannschaft ist knapp sechs Wochen vor Beginn der WM in China (10. bis 30. September) beantwortet: Mit Nadine Angerer vom Bundesligisten Turbine Potsdam im Tor startet das Team von DFB-Trainerin Silvia Neid in Asien das "Unternehmen Titelverteidigung".

Neid gab die Entscheidung früher als erwartet bekannt, nachdem sich Angerers Konkurrentin Silke Rottenberg am Montag im Training des Nationalteams in Gera einen Muskelfaserriss in der rechten Wade zugezogen hatte. Nach Einschätzung von Mannschaftsarzt Dr. Bernd Lasarzewski fällt Rottenberg drei bis vier Wochen aus. Damit bleibt der 35-Jährigen vom Double-Gewinner 1. FFC Frankfurt das Verletzungspech treu.

Rottenberg hatte sich nach einem im Januar erlittenen Kreuzbandriss zuletzt wieder herangekämpft und sollte am Donnerstag im Länderspiel gegen Tschechien in Gera ihr Comeback im DFB-Trikot feiern. "Silke war jetzt wieder soweit fit, um in das Rennen um den Stammplatz im Tor bei der WM einzugreifen. Die neuerliche Verletzung wirft sie in diesem Zweikampf jedoch entscheidend zurück", erklärte Neid ihr Votum und betonte gleichzeitig: "Wir haben großes Vertrauen in das Leistungsvermögen von Nadine Angerer."

Trotz ihrer Verletzung bleibt Rottenberg während der Vorbereitung bei der Mannschaft und wird auch dem 21-köpfigen WM-Aufgebot angehören. Neid: "Silke ist ein Typ, der auch außerhalb des Spielfelds wichtig für die Mannschaft ist. Sie ist eine Persönlichkeit und anerkannte Führungsspielerin, die eine sehr positive Ausstrahlung auf ihre Mitspielerinnen hat."

Auch Rottenbergs Einsatz zum Bundesligastart am 19. August ist somit gefährdet. "Wir haben aber großes Vertrauen, dass Silke mit ihrer positiven Einstellung und ihrer äußerst professionellen Trainingsarbeit diesen Rückschlag schnell wegsteckt", erklärte Frankfurts Manager Siegfried Dietrich.

Neid von Angerer überzeugt

Ungeachtet dessen ist Neid von ihrer neuen Stammkeeperin Angerer, die bei den letzten sieben großen Turnieren hinter Rottenberg immer nur die Nummer zwei gewesen war, überzeugt. Zur Zeit mache sie einen "sehr starken" Eindruck. "Seit Nadine ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin abgeschlossen hat, hat sie sich voll ins Training reingehängt und gezielt auf die WM vorbereitet. Ich bin mir sicher, dass wir in ihr einen starken Rückhalt bei der WM haben werden", sagte Neid voller Zuversicht.

Die 28-jährige Angerer hatte zuletzt ihren Anspruch auf den Stammplatz im Tor angemeldet. "Ich weiß nicht, ob ich es mit mir vereinbaren könnte, wieder die Nummer zwei zu sein", hatte die 45-malige Nationalspielerin gesagt. Offen ist derzeit noch, wer neben Angerer und Rottenberg als dritte Torfrau für die WM nominiert wird. Die Entscheidung fällt zwischen Ursula Holl (SC Bad Neuenahr) und Ulrike Schmetz (FC Bayern München). Neid wird den WM-Kader am 13. August bekannt geben.

© SID

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