Fußball Nationalmannschaft
Frings stichelt, Ballack verwundert

Bis zur Euro waren Michael Ballack und Torsten Frings in der deutschen Nationalelf gesetzt. Nach den jüngsten Aussagen von Bundestrainer Joachim Löw gibt es Diskussionen.

Michael Ballack und Torsten Frings galten bis zur Europameisterschaft als gesetzt. Doch seit Bundestrainer Joachim Löw auf klare Aussagen zu seinen beiden Führungsspielern verzichtet, gibt es Diskussionen um die Hierarchie in der DFB-Auswahl.

Auch deshalb war Ballack zu Beginn der Woche in die Offensive gegangen, zwei Tage vor dem WM-Qualifikationsspiel am Samstag (20.45 Uhr/live in der ARD) in Dortmund gegen Russland untermauerte nun Frings deutlich seine Ansprüche beim Vize-Europameister. Dabei konnte er sich auch einen Seitenhieb auf die Konkurrenten nicht verkneifen.

"Nicht nur Reden"

"Jeder, der bei uns Verantwortung übernehmen will, ist herzlich willkommen. Aber da muss auch mal was kommen, nicht nur Reden", erklärte der 31 Jahre alte Bremer am Donnerstag in Düsseldorf.

Bei der Aufstellung gegen die Russen sei zwar im Moment noch "alles offen", meinte der 77-malige Nationalspieler, machte aber gleichzeitig deutlich, dass er für das deutsche Team unverzichtbar ist: "Ich fühle mich richtig gut. Ich hoffe, dass ich durch meine Rückkehr der Mannschaft Sicherheit geben kann. Ich habe oft genug bewiesen, dass man sich auf mich verlassen kann und dass ich auf dieser Position ein sehr guter Spieler bin."

Auch bei DFB-Kapitän Ballack hatte zuletzt "die Grundsatzdiskussion über meine Person" für Verwunderung gesorgt: "Schließlich waren wir bei der EM erfolgreich, und da fühle ich mich als Kapitän in meiner Art, wie ich die Mannschaft nun schon seit Jahren begleite und führe, bestätigt", sagte der mit 87 Länderspielen erfahrenste Akteur im DFB-Kader in einem kicker-Interview.

Der 32 Jahre alte Ballack und Frings hatten in den Länderspielen gegen Belgien (2:0), Liechtenstein (6:0) und Finnland (3:3) verletzungsbedingt gefehlt. Löw hatte dabei deren Vertreter Simon Rolfes und Thomas Hitzlsperger immer wieder gelobt und ermutigt, eigene Ansprüche zu stellen. Wohl auch deshalb will der Bundestrainer, obwohl er Ballack als "enorm wichtig" für die Mannschaft erachtet, seinem Kapitän keinen Sonderstatus mehr einräumen.

Löw will mehrere Leader

Er brauche mehrere Leader, sagte Löw: "Einer allein ist zu wenig." Es sei auch nicht möglich, "dass ein Spieler über allen anderen steht". Die Hierarchie habe sich eben "ein bisschen verändert".

Auch Teammanager Oliver Bierhoff ließ zuletzt keine Gelegenheit aus, Ballacks Bedeutung nicht zu groß werden zu lassen. "Ballack ist nicht alleine Vize-Europameister geworden, da gehört eine Mannschaft dazu", stichelte Bierhoff erst wieder beim Treffpunkt der Nationalmannschaft am Dienstag. Dabei hatten zuvor alle beteuert, dass der nach der Euro offen ausgetragene Streit zwischen dem früheren Torjäger und dem Kapitän beigelegt sei.

Wenigstens goss Arne Friedrich vor dem Russland-Spiel nicht noch weiteres Öl ins Feuer. "Michael Ballack ist ein sehr erfahrener Spieler, der in einer großen Mannschaft spielt. Er muss sich nicht ändern und sich nicht rechtfertigen", sagte der Berliner am Donnerstag im kicker. Es sei ihm selbst auch nie darum gegangen, "ihn als Führungsspieler zu kritisieren oder gar als Kapitän in Frage zu stellen".

© SID

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