Fußball Nationalmannschaft
Generalprobe gegen Serbien soll Richtung weisen

In Gelsenkirchen steht heute der letzte Test der deutschen Nationalmannschaft vor der Euro an. Gegen Serbien steht vor allem Keeper Jens Lehmann im Fokus des Trainerstabs.

Generalprobe für die deutsche Nationalmannschaft, besondere Bewährungsprobe für Jens Lehmann: Im letzten Spiel der DFB-Auswahl vor der EM-Endrunde am heutigen Samstag in Gelsenkirchen gegen Serbien (17.30 Uhr/live in der ARD) steht der deutsche Torwart nicht nur im Fokus der Öffentlichkeit, sondern auch des deutschen Trainerstabs.

Lehmann muss sich beweisen, Adler lauert

"Wenn nichts Besonderes passiert, bleibt Lehmann unsere Nummer eins", sagt zwar Joachim Löw, noch eine so schwache Vorstellung wie im Februar gegen Österreich (3:0) und am vergangenen Dienstag gegen Weißrussland (2:2) könnte den Bundestrainer aber noch mal ins Grübeln bringen. Dann könnte WM-Lehmann, der wegen mangelnder Spielpraxis in der vergangenen Saison beim FC Arsenal viel an Reputation verloren hat, ein ähnliches Schicksal drohen wie Hans Tilkowski 1962 bei der WM in Chile, als der damalige Bundestrainer Sepp Herberger überraschend dem Greenhorn Wolfgang Fahrian den Vorzug gab. Diesmal sitzt der Leverkusener Shootingstar Rene Adler in den Startlöchern.

Nach wie vor genießt der 38-jährige Lehmann, der bei der Euro in Österreich und der Schweiz das Trikot mit der Nummer 1 trägt, aber das Vertrauen seiner Mitspieler. "1 000 Prozent. Er ist der perfekte Torwart für das Turnier. Jens ist so erfahren, so abgezockt - der weiß genau, was ihn erwartet. Spielpraxis bei Arsenal hin oder her. Bei der EM wird er zur Stelle sein", sagte Torsten Frings in der Bild.

Löws Assistent Hans-Dieter Flick machte aber am Freitag kurz vor dem Abflug des DFB-Trosses nach dem zwölftägigen Trainingslager auf Mallorca Richtung Dortmund deutlich, dass auch bei der Besetzung zwischen den Pfosten für die Euro noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist: "Wir sind absolut überzeugt davon, dass Jens wieder in Form kommt. Aber auch auf dieser Position gibt es einen Konkurrenzkampf, es ist also nicht egal, wie Jens am Samstag spielt. Robert Enke und Rene Adler haben im Training mit tollen Leistungen gezeigt, dass sie Druck machen und hintendran stehen. Wir haben drei richtig gute Torhüter, die einen positiven Konkurrenzkampf ausfechten."

Ähnlich sieht es auch im Abwehrbereich aus, in dem vor allem Christoph Metzelder infolge seiner längeren Verletzungspause noch seiner Form weit hinterherhinkt. "Wir sind überzeugt davon, dass Christoph bis zum 8. Juni topfit ist", sagte Flick, der sich ebenso wie Löw in dieser Hinsicht keine Sorgen macht. Dies sieht auch Frings so: "Metzelder wird zum EM-Start fit sein - was davor war, interessiert dann keinen mehr. Zusammen mit Per Mertesacker bildet er unsere Innenverteidigung, die schon bei der WM ein Garant für den Erfolg war. Das wird wieder so sein."

Flick: "Mit der möglichen Stammformation spielen"

Gegen die Serben haben die Spieler, die gegen Weißrussland noch nicht überzeugt haben, die Chance, das Vertrauen der Trainer zurückzuzahlen. "Wir haben in Kaiserslautern auch schon mit sieben, acht Leuten begonnen, die wir für die Stammelf im Kopf haben", erklärte Flick, der davon ausgeht, dass Löw gegen die Serben die vermeintliche Wunschelf für die EM aufs Feld schickt, wie es auch Michael Ballack verlangt hatte. "Ballack und wir sind nicht weit auseinander. Ich denke schon, dass wir gegen Serbien mit der möglichen Stammformation spielen", sagte Flick, der sich aber noch nicht auf eine Startelf festlegen wollte.

Mit großer Wahrscheinlichkeit erhält aber Lokalmatador Kevin Kuranyi im Sturm neben Miroslav Klose eine Chance. "Es spricht für ihn, dass er da zu Hause ist", meinte Flick, der allerdings auch nicht ausschließen wollte, das der Stuttgarter Torjäger Mario Gomez von Beginn an aufläuft: "Wir verfügen über fünf gute Stürmer, die uns die Entscheidung nicht leichtmachen."

Löw erwartet Steigerung

Grundsätzlich erwartet Löw gegen die Serben eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem Weißrussland-Spiel: "Wir haben in allen Bereichen Luft nach oben." Flick ergänzte aber: "Alle müssen an ihre Grenzen gehen, denn die letzten Tage stecken natürlich noch in den Knochen."

© SID

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