Fußball Nationalmannschaft
Grings hofft gegen China auf einen Neuanfang

Im ersten Länderspiel des Jahres 2009 trifft die deutsche Frauen-Nationalmannschaft heute auf China. Mit dabei ist auch Inka Grings, die erstmals seit 2005 wieder nominiert wurde.

Es war ein Bild, das manche schon nicht mehr für möglich gehalten hatten: Bei der Pressekonferenz vor dem heutigen Länderspiel der Frauenfußball-Nationalmannschaft gegen China (16.00 Uhr/live im ZDF) in Bielefeld saß DFB-Trainerin Silvia Neid auf dem Podium Seite an Seite mit Inka Grings, als wäre es nie anders gewesen.

"Ich bin sehr stolz hier zu sein. Das möchte ich auch auf dem Platz zeigen und meine Chance nutzen", lauteten die ersten Worte von Grings. Sie klang wie eine junge Spielerin, die aufgeregt ihrem Debüt in der Nationalmannschaft entgegenfiebert. Dabei ist sie mit 30 Jahren die Älteste im aktuellen Kader - doch der Auftakt in das EM-Jahr 2009 ist für sie als Nationalspielerin der Beginn einer neuen Zeitrechnung.

Bisher 64 Länderspiele und 41 Tore

Drei Jahre und vier Monate sind seit Grings' letztem Einsatz in der Nationalelf vergangen. Am 20. Oktober 2005 lief sie in der Partie gegen Schottland zum vorerst letzten Mal im DFB-Dress auf und erzielte im 64. Spiel ihren 41. Länderspieltreffer. Danach gab es ein tiefes Zerwürfnis zwischen der Torjägerin vom FCR Duisburg und Silvia Neid, es herrschte zeitweise Funkstille. Obwohl Grings als erfolgreiche Torschützin in der Bundesliga immer wieder sportliche Argumente für eine Nominierung lieferte, spielte sie in Neids Plänen keine Rolle mehr.

Ende vergangenen Jahres kam es dann zum vorläufigen Happy End: Unter Mithilfe von FCR-Trainerin und Ex-Nationalspielerin Martina Voss gab es ein klärendes Gespräch. Danach berief Silvia Neid die Angreiferin in den Kader für das Testspiel in Bielefeld und den Algarve-Cup (4. bis 11. März) in Portugal. "Ich bin sehr froh, dass nun alles geklärt ist und ich meine Chance erhalten habe", sagte Grings nach den ersten Tagen im Kreise der Nationalmannschaft. Sie weiß, dass es eine Art Bewährungsprobe ist.

Als aktuelle Torschützenkönigin der Liga (17 Treffer in elf Partien) zeigt Grings sich in Duisburg in dieser Saison in bestechender Form. Am vergangenen Samstag erzielte sie beim 5:2-Erfolg gegen den Hamburger SV alle fünf Treffer. Ob die gebürtige Düsseldorferin gegen die Chinesinnen ihren 65. Länderspieleinsatz erhalten wird, ließ Neid jedoch offen. "Inka hat im Training aber einen sehr guten Eindruck hinterlassen", so die DFB-Trainerin.

Lange Verletztenliste

Da die Liste der verletzten Stammspielerinnen lang ist, spricht vieles für ihr Comeback auf dem Platz. Im Sturm klafft nach der verletzungsbedingten Pause von Birgit Prinz (1. FFC Frankfurt) eine große Lücke. Aber vor allem in der Abwehr wird Silvia Neid experimentieren müssen. In Annike Krahn (FCR Duisburg), Kerstin Stegemann (Herfoder SV) sowie Ariane Hingst (Frankfurt) fehlen drei Viertel der eingespielten Viererkette. Im Mittelfeld fällt Celia Okoyino da Mbabi kurzfristig wegen einer schweren Erkältung aus.

Doch Neid macht aus der Not eine Tugend: "Für mich sind die kommenden Partien reine Testspiele, da sind die Ergebnisse nebensächlich. Die jungen Spielerinnen sind jetzt in der Pflicht. Wir werden viel ausprobieren und beobachten." Das gilt unter anderem für die drei U20-Nationalspielerinnen Bianca Schmidt (Turbine Potsdam), Katharina Baunach (FC Bayern München) und Kim Kulig (Hamburger SV), die ihr Debüt in der A-Mannschaft feiern könnten.

Sechs Monate vor dem Höhepunkt des Jahres, der Europameisterschaft in Finnland (23. August bis 10. September), sind die gut organisiert und spielfreudig auftretenden Chinesinnen für Neid jedenfalls ein willkommener Gegner für die erste Standortbestimmung: "Ich bin selbst gespannt zu sehen, wo wir stehen."

© SID

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