Fußball Nationalmannschaft
Hoeneß bemängelt schlechten Draht zum DFB-Team

Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß vermisst einen besseren Kontakt zwischen Bundesliga und DFB-Team. Einem Engagement von Oliver Kahn bei Schalke 04 steht er skeptisch gegenüber.

Uli Hoeneß hat in der Kontroverse mit Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhofff noch einmal nachgelegt. Der Manager des deutschen Rekordmeisters Bayern München bemängelte den schlechten Kontakt zwischen der Liga und der DFB-Auswahl. "Es ist eine neue Qualität, dass der Draht zwischen Nationalmannschaft und den Vereinen so getrennt wird. Was mir fehlt, ist der enge Kontakt", sagte er in einem Bild-Interview.

Nach Ansicht von Hoeneß ist sogar eine Kluft entstanden. "Was mich stört ist dieses Verhalten: Links ist die Nationalmannschaft, rechts sind die Vereine. Ich denke eher, wir gehören alle zusammen! Die Vereine und die Nationalmannschaft müssen auch unter Löw und Bierhoff wieder eins werden", sagte der 57-Jährige.

Hoeneß stößt auch die Form der Kommunikation zwischen dem DFB und den Klubs sauer auf. "Ich mag nicht dieses "Das wissen wir besser, das macht ihr schlechter". Wenn ihnen beispielsweise die Passgeschwindigkeit unserer Spieler nicht gefällt, dann sollen sie zu den Trainern gehen und es ihnen direkt sagen, dann gebe ich ihm nicht in der Öffentlichkeit Ratschläge", sagte er. Hoeneß regte an, Löw könne sich "gern mit uns in den Flieger nach Barcelona setzen und wir reden am Abend vor dem Spiel mal zwei, drei Stunden."

Hoeneß sieht Probleme für Kahn in Schalke

Gleichzeitig steht Hoeneß einer möglichen Verpflichtung von Oliver Kahn als Manager bei Schalke 04 skeptisch gegenüber. Der frühere Bayern-Torwart könne "sicherlich die strategischen Dinge, die dort zuletzt verloren gegangen sind, wieder in den Verein hineintragen. Aber ich sehe ein Problem darin, ob es zu einer Bindung zwischen Schalke-Fans und Oliver kommen kann."

Zudem sei die Frage, ergänzte Hoeneß, "ob Oliver, der sehr hohe Ansprüche an andere und an sich stellt und der wenige Kompromisse zulässt, diese Bereitschaft auf Schalke vorfindet. Es ist fraglich, ob sich gerade dort alle diesem Diktat von Oliver unterordnen würden."

Dass Kahn sein Nachfolger beim FC Bayern wird, schließt Hoeneß nicht aus, er will sich aber nicht unter Druck setzen lassen. "Bevor Oliver auf Schalke war, haben wir schon mit ihm zu Mittag gegessen und vereinbart, dass wir dieses Gespräch irgendwann vertiefen werden. Wir lassen uns Zeit mit dieser Suche und warten bis zum Sommer." Derzeit habe man zehn Kandidaten im Kopf, sagte Hoeneß.

Hoeneß selbst glaubt nicht, dass er nach dem 31. Dezember 2009 noch Manager beim FC Bayern ist. Das würde ihm sein Bauchgefühl sagen. Er habe, "ehrlich gesagt, panische Angst davor, dass wir es verpassen, die Weichen rechtzeitig für die Zukunft zu stellen. Mein Traum ist es, zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge, Karl Hopfner und ja vielleicht auch mit Paul Breitner im Aufsichtsrat zu sitzen und zu sehen, dass der Verein weiter gut läuft. Es wäre schön, wenn dann die nächste Bayern-Generation mit den Scholls, Jeremies , Nerlingers und Kahns das alles so weiterführt."

© SID

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