Fußball Nationalmannschaft
Hoeneß: "Bin nicht so depressiv"

Begeistert war auch Uli Hoeneß nicht vom Auftritt der deutschen Nationalelf in Italien. "Es bringt nichts, aufgeregt zu sein", hält der Manager von Bayern München den eingeschlagenen Kurs dennoch für den richtigen.

Uli Hoeneß scheint angesichts des Italien-Debakels der deutschen Nationalmannschaft überraschend relaxed zu sein. "Man muss den Weg geradeaus und konsequent weitergehen", sieht der Manager von Bayern München keinen Anlass für Weltuntergangsstimmung.

Frage: "Uli Hoeneß, wie können Sie als Sprecher des Arbeitskreises Nationalmannschaft dazu beitragen, dass jetzt nicht alles in Frage gestellt wird?"

Uli Hoeneß: "Man muss jetzt einfach die Ruhe bewahren. Es bringt nichts, aufgeregt zu sein. Wir müssen alles sachlich analysieren. Ich bin kein Freund von Grundsatzurteilen nach einem Spiel. Es war kein gutes Spiel, es besteht aber kein Grund zur Panik."

Frage: "Es wird dennoch viel Kritik geben, auch aus der Liga."

Hoeneß: "Wir müssen in den kommenden Tagen mit der Liga reden. Die Liga muss sich nicht in diesen Strom reinziehen lassen. Es macht keinen Sinn, reinzuschlagen. Wir müssen alle einen Schulterschluss für die Nationalmannschaft hinbekommen. Es ist jetzt nicht angebracht, sich auseinander dividieren zu lassen."

Frage: "Muss Bundestrainer Jürgen Klinsmann an seiner Philosophie und seinem Personal etwas ändern?"

Hoeneß: "Man muss den Weg geradeaus und konsequent weitergehen und nicht umdrehen. Sonst gib es ein Chaos. Neue Namen zu diskutieren, bringt nichts. Auch ein Christian Wörns hätte es nicht besser gemacht. Es müssen alle an einem Strang ziehen, um die Sache vernünftig zu Ende zu bringen." Frage: "Was meinen Sie mit vernünftig?"

Hoeneß: "Das heißt für mich, Erfolg zu haben. Es wäre ein Fehler, sich von seinem Ziel zu verabschieden, dass wir Weltmeister werden wollen. Sonst brauchen wir gar nicht antreten, wenn wir diese Zielsetzung nicht haben. Es hat ja auch noch niemand gesagt, dass wir Weltmeister werden." Frage: "Ist das Ziel überhaupt realisitisch?"

Hoeneß: "Ich war schon nach dem Konföderationen-Cup nicht so euphorisch und bin jetzt auch nicht so depressiv. Das ist eine Momentaufnahme. Gegen Frankreich war ja noch alles super. Es kann bis zur WM noch viel passieren. Es war gegen die Italiener eine schwierige Kiste. Bei uns waren im Vorfeld einige verletzt oder hatten keine Spielpraxis."

Frage: "Wie könnte es bis zur WM besser werden?"

Hoeneß: "Man sollte die Mannschaft konsequent einspielen lassen: 11, 12, 13 Spieler. Die Italiener waren eingespielt, da hat in der Abwehr jeder gewusst, was er zu tun hat. Die Medien sollten aufhören, neue Leute zu fordern und in die Aufstellung reinzureden."

Frage: "Macht Ihnen irgend etwas Mut?"

Hoeneß: "Es macht Mut, dass jetzt eine realistischere Betrachtungsweise einkehrt. Das ist ganz gut. Die Mannschaft steht nicht mehr so unter Druck."

© SID

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