Fußball Nationalmannschaft
Kampfstarke Klinsmann-Elf überzeugt in Paris

Im letzten Länderspiel des Jahres konnte die deutsche Nationalmannschaft einen Achtungserfolg verbuchen, hat den erhofften Befreiungsschlag aber verpasst. Das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann erkämpfte bei Ex-Weltmeister Frankreich ein torloses Remis und zeigte sich sieben Monate vor der WM im eigenen Land im Vergleich zu den schwachen Leistungen gegen China (2:1) und in der Türkei (1:2) stark verbessert.

Dennoch verfehlte die Elf des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den ersten Sieg gegen eine der großen Fußball-Nationen seit dem 1:0 in England am 7. Oktober 2000. Der letzte Sieg gegen die Franzosen datiert sogar vom 12. August 1987 (2:1 in Berlin).

"Es ging darum, ein ereignisreiches Jahr gut abzuschließen. Dazu wollten wir von Beginn an aggressiv agieren und das Spiel der Franzosen früh unterbinden. Das hat die Mannschaft gut gemacht. Am Ende hatten wir sogar mehr Chancen als die Franzosen. Die Jungs haben sich ein großes Lob verdient", sagte Coach Klinsmann.

Podolski mit erster Chance

Vor 60 000 Zuschauern im Stade de France in Paris hätte die "schwarze" Serie durchaus enden können. Die Klinsmann-Elf war mit dem Weltmeister von 1998 stets auf Augenhöhe und setzte von Beginn an auch Akzente nach vorne. In der 14. Minute hatte Lukas Podolski die erste große Chance des Spiels. Nach einem Konter über Sebastian Deisler kam der Kölner an der Strafraumgrenze frei zum Schuss, verfehlte das Tor der Gastgeber jedoch um wenige Zentimeter.

Ebenso knapp war es auf der Gegenseite fünf Minuten später. Abwehrchef Per Mertesacker kam gegen Thierry Henry zu spät, und der Stürmer von Arsenal London verpasste das Tor seines Klubkameraden Jens Lehmann. Doch die deutsche Elf sorgte in der phasenweise ruppigen Partie immer wieder für Entlastung und hatte durch Deisler eine weitere Chance. Der Münchner traf mit einem Freistoß in der 28. Minute aber nur das Außennetz. In der Halbzeit musste Deisler, der bei einem rüden Foul von William Gallas eine Risswunde auf dem Spann erlitt, genäht werden und blieb in der Kabine.

Deutsche Viererkette mit guter Vorstellung

Auch mit Deisler-Ersatz Bastian Schweinsteiger spielte die DFB-Auswahl weiter konzentriert. Die deutsche Viererkette ließ den Star-Stürmern Henry und David Trezeguet kaum Platz zur Entfaltung, und ein kompaktes Mittelfeld setzte immer wieder Impulse nach vorn. Kapitän Michael Ballack, der sich in der Anfangsphase ohne Einwirkung des Gegners leicht am rechten Oberschenkel verletzt hatte, leistete immer wieder wertvolle Hilfe in der Defensive.

Schweinsteiger stand sofort mehrfach im Mittelpunkt. Zunächst segelte sein Freistoß in der 50. Minute nur knapp am Tor vorbei. Vier Minuten später zwang der Münchner Frankreichs Schlussmann Gregory Coupet nach einem zentimetergenauen Pass von Ballack freistehend zu einer Glanzparade. Zwischen den beiden "Schweini"-Chancen hatte allerdings auch die "Equipe Tricolore" eine große Möglichkeit. Trezeguet traf frei vor Lehmann den Ball allerdings nicht richtig, nachdem Robert Huth das Abseits aufgehoben hatte. Danach übernahm die deutsche Elf jedoch wieder das Kommando, doch Ballack vergab per Kopf (72.) eine weitere Großchance.

Gemeinsames Mannschaftsfoto vor dem Spiel

Vor dem Spiel hatten beide Teams mit einem gemeinsamen Mannschaftsfoto auf die schweren Ausschreitungen in der französischen Metropole und in anderen Städten des Landes reagiert und ein Zeichen gegen die Gewalt der letzten Tage gesetzt. Zu nennenswerten Ausschreitungen im Stade de France kam es nicht. Lediglich einige deutsche Fans, die versuchten, in den Innenraum vorzudringen, fielen unangenehm auf.

© SID

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