Fußball Nationalmannschaft
Kießling und Adler vor Rückkehr in deutschen Kader

Die Leverkusener Stefan Kießling und Rene Adler können auf eine Nominierung für die kommenden Länderspiele hoffen. Unterdessen geht der Konkurrenzkampf im Tor in eine neue Runde.

Bundestrainer Joachim Löw wird in den bevorstehenden Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft personell aus dem Vollen schöpfen. "Geplant ist, dass wir 22 Feldspieler und drei Torleute nominieren", sagte Löw, der sich am Mittwoch mit seinem Trainerstab zurückzog und alle Personalien diskutierte, dem Sport-Informations-Dienst (SID). Am Donnerstag wird der Kader bekannt gegeben.

Auf Namen in seinem Aufgebot für das Länderspiel am 5. September in Leverkusen gegen WM-Gastgeber Südafrika und das WM-Qualifikationsspiel vier Tage später in Hannover gegen die von Berti Vogts gecoachte Auswahl von Aserbaidschan wollte er sich nicht festlegen. Immerhin bestätigte der 49-Jährige, dass der in den bisherigen drei Bundesligaspielen bereits dreimal erfolgreiche Leverkusener Stefan Kießling aufgrund seiner zuletzt starken Leistungen "gute Chancen" hat.

Wiese würde Reservistenrolle bei der WM akzeptieren

Auch Kießlings Teamkollege und Torwart Rene Adler hat offenbar beste Aussichten, wieder in den deutschen Kader zu rücken. Ob allerdings Adler dann im "Heimspiel" auch im Tor der deutschen Elf stehen wird, erscheint eher fraglich. Wahrscheinlicher ist, dass der Bremer Tim Wiese erstmals von Beginn an zum Einsatz kommt. Erstmals trug der 27-Jährige das Trikot der A-Nationalmannschaft im November vergangenen Jahres in Berlin gegen England (1:2), wurde aber erst zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselt.

Der Bremer, als einziger deutscher Keeper mit seinem Klub in einem internationalen Wettbewerb vertreten, hat sich unterdessen gegen Vorhaltungen, er sei als möglicher Reservist im WM-Kader der deutschen Auswahl nur ein Unruhestifter, gewehrt. "Es gehört als Sportler auch dazu, die Rolle der Nummer zwei oder Nummer drei zu akzeptieren, sollte ich mich nicht durchsetzen können. Das ist das Schicksal eines Torwarts - nur einer kann spielen", sagte der Keeper des deutschen Pokalsiegers Werder Bremen in einem Sport-Bild-Interview.

Neuer muss sich wohl gedulden

Löw, der erstmals in dieser Spielzeit seine WM-Kandidaten zehn Tage am Stück zusammen hat und die Vorbereitung auf die kommenden beiden Spiele in Köln absolviert, wird neben Adler oder dem Schalker Manuel Neuer in Robert Enke und Tim Wiese noch zwei weitere Torleute berufen. Neuer, der sich in diesem Sommer bei der Asienreise und der anschließenden U21-EM in den Vordergrund gespielt hatte, muss sich aber aller Voraussicht nach weiter gedulden.

Dass Lokalmatador Adler aufgrund der Tatsache, dass das Spiel gegen Südafrika in der neuen Leverkusener Arena stattfindet, einen Vorteil gegenüber U21-Europameister Neuer hat, wollte der Bundestrainer indes nicht bestätigen. "Wir wissen, was Rene kann. Er hat sich diese Saison wieder gefestigt. Aber darüber werde ich erst noch mit Andreas Köpke sprechen", kündigte Löw an.

Wie das Aufgebot genau aussehen wird, hängt auch von der noch festzulegenden Zielsetzung vor dem vierten Vergleich gegen die "Bafana Bafana" ab. "Wir müssen uns entscheiden, ob wir in diesem Freundschaftsspiel noch einige Spieler testen wollen, oder ob sich die Mannschaft schon für die WM-Qualifikationsspiele gegen Aserbaidschan und vor allem Russland einspielen soll", sagte Löw, der den Gruppenshowdown gegen die Russen am 10. Oktober in Moskau schon im Kopf hat.

Comeback von Frings fraglich, Metzelder vorerst kein Thema

Ob es ein Comeback von Torsten Frings, der nach seiner Nichtberücksichtigung für das erste Saisonspiel in Aserbaidschan öffentlich für Wirbel gesorgt hat, geben wird, ließ Löw ebenfalls offen. "Natürlich reden wir auch über Torsten", sagte der Bundestrainer kurz und knapp, ohne eine Tendenz erkennen zu lassen.

Derzeit noch kein Thema ist eine Rückkehr von Christoph Metzelder, der angesichts der jüngsten Probleme in der deutschen Abwehr aber schon bald wieder zur DFB-Auswahl stoßen könnte. "Seine jüngste Entwicklung bei Real Madrid freut mich. Für die nächsten beiden Länderspiele ist er noch kein Thema. Aber wenn er wieder regelmäßig in der Primera Divison spielt, dann ist er auch für uns wieder interessant", meinte Löw.

Erfreulich aus Sicht des Bundestrainers ist, dass der in Aserbaidschan fehlende Lukas Podolski wieder einsatzbereit ist. In Mario Gomez, Miroslav Klose, dem Stuttgarter Cacau, Podolski und möglicherweise Kießling stehen damit wie vor dem Rauswurf von Kevin Kuranyi im vergangenen Oktober wieder fünf Stürmer zur Verfügung. Verzichten muss Löw auf den Hamburger Marcell Jansen, der wegen einer Innenbanddehnung im rechten Knie passen muss.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%