Fußball-Nationalmannschaft
Klose und das Denk-Problem

Der deutsche Nationalstürmer steckt mal wieder in der Krise. Wie tief, das zeigt die Tatsache, dass der derzeit verhinderte Torjäger vor der Partie gegen Finnland um seinen Stammplatz zittern muss.

HELSINKI. Es ist die einzige Frage, die Joachim Löw zu überraschen scheint. Wie es denn möglich sei, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft noch nie in ihrer langen Geschichte auf des Gegners Platz ein WM-Qualifikationsspiel verloren hat? Verdutzt schaut da der Bundestrainer, gerade so, als ob ihn im Training der Zeugwart getunnelt hätte. Er weiß nichts von dieser Statistik und sagt nur: „Mensch, tolle Bilanz.“ Ansonsten könne er nur über seine Zeit als Bundestrainer reden, so Löw, und seit er die Nationalelf anleitet, „haben wir erst ein WM-Qualifikationsspiel gehabt. Gegen Liechtenstein, das haben wir gewonnen. Diese Serie wollen wir gegen Finnland fortsetzen.“

Ob er dabei aber die Dienste seines Interimkapitäns in Anspruch zu nehmen gedenkt, das kann und will Löw noch nicht sagen. Ob er Miroslav Klose heute Abend im Olympiastadion von Helsinki (19.35 Uhr, live im ZDF) auflaufen lässt oder nicht, darüber habe er zwar nachgedacht, aber er müsse noch ein bisschen weiter nachdenken.

Denn auch Löw hat gegen Liechtenstein gesehen, „dass nicht jeder Spieler in einer guten Form war“. Dass es vor allem Klose war, der in keiner guten Form spielte, das konnte jeder sehen, als Lukas Podolski seinem Kollegen vom FC Bayern München einen sauberen Pass durch die Gasse steckte, Klose aber aus zehn Metern vier Meter vorbeischoss.

Weil Klose aber schon seit der vergangenen Winterpause öfter neben das Tor zielt, fragt sich jeder, was denn wohl die Gründe für diese Schaffenskrise sein mögen. Stets werden dabei private Probleme angeführt, die Klose aber genauso stets bestreitet. „Nein, ich habe kein Problem. Mir geht es gut“, sagt der 30-Jährige. Andererseits rätselt selbst Legende Gerd Müller: „Das gibt es aber nicht, dass ein Mann wie er, der nur Torjäger war, der kopfballstark ist und links wie rechts schießt, keinen mehr rein bringt. Da muss was anderes sein.“

Da sei nichts anderes, versicherte Joachim Löw am Dienstag noch einmal. „Der Miro hat halt sehr viel in die Vorbereitung investiert, das kann man doch jetzt schon sehen, er ist körperlich viel besser drauf als noch im August gegen Belgien“, sagt Löw. „Und im Training, da trifft er ja auch.“

Aber vielleicht denkt Miroslav Klose im Training nicht so viel nach wie im Spiel. Denn „vor dem Tor“, sagt Gerd Müller, „derfst' net das Denken anfangen.“

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