Fußball Nationalmannschaft
Köhler zeichnet Fußball-Weltmeisterinnen aus

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen hat am Mittwoch in Berlin aus den Händen von Bundespräsident Horst Köhler das Silberne Lorbeerblatt, die höchste sportliche Auszeichnung in Deutschland, erhalten.

Ohne zwei der Hauptdarstellerinnen von Schanghai ging der glanzvolle Schlussakt des für den deutschen Frauenfußball triumphalen WM-Jahres im Schloss Bellevue in Berlin über die Bühne. Mannschaftskapitän Birgit Prinz und Torhüterin Nadine Angerer waren am Mittwoch nicht anwesend, als Bundespräsident Horst Köhler die Weltmeisterinnen mit dem Silbernen Lorbeerblatt auszeichnete. DFB-Trainerin Silvia Neid erhielt zudem das Bundesverdienstkreuz.

"Man muss bedenken, dass unsere Frauen nicht nur als Fußballerinnen, sondern auch im Beruf großen Ehrgeiz haben", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger zum Fehlen von Prinz. Die Rekord-Torjägerin, die die DFB-Elf im WM-Finale von Schanghai am 30. September gegen Brasilien (2:0) mit 1:0 in Führung gebracht hatte, fehlte wegen einer Prüfung im Rahmen ihrer Ausbildung als Physiotherapeutin. "Wegen der Präsentation der WM 2011 hatte sie bereits eine Prüfung abgesagt", so Zwanziger.

Im Falle von Torhüterin Nadine Angerer machte der DFB-Boss gesundheitliche Gründe für das Fehlen verantwortlich. "Bei ihr ist der Akku nach diesem Jahr total leer", so Zwanziger. Angerer, die während der WM ohne Gegentreffer geblieben war und damit Fußball-Geschichte geschrieben hatte, fehlte auch zuletzt bei Spielen ihres Klubs Turbine Potsdam infolge einer Lungenentzündung. Zum neuen Jahr wechselt die Schlussfrau zum schwedischen Spitzenklub Djurgardens IF.

"Ein besonderer Moment"

Doch auch ohne Angerer und Prinz genossen die DFB-Spielerinnen die Auszeichnung im stilvollen Ambiente in vollen Zügen. "Das ist für jede Spielerin ein ganz besonderer Moment", betonte Kerstin Garefrekes. Mittelfeldspielerin Renate Lingor vertrat Prinz in der Rolle der Sprecherin und bedankte sich beim Staatsoberhaupt: "Diese Auszeichnung macht uns alle froh. Das Land tut sehr viel für uns." Anschließend schwelgten die Spielerinnen zu Klängen von Abbas "The winner takes it all" in Erinnerung.

Am frühen Abend war das Team zu Gast bei einem Abendessen bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Es war mir ein echtes Bedürfnis, die Mannschaft einzuladen. Sie hat Deutschland mit ihrem Fußball begeistert", sagte Merkel beim Empfang im Bundeskanzleramt und versprach mit Blick auf die Ausrichtung der Frauen-WM im Jahr 2011 Unterstützung: "Wir können stolz darauf sein, diese WM erhalten zu haben und werden gute Gastgeber sein."

In Beisein von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hob Köhler in seiner Laudatio die zahlreichen Erfolge der DFB-Auswahl hervor und wies dem deutschen Team eine besondere Rolle zu - schließlich kämpft der Frauenfußball international immer noch um seinen Durchbruch. Erste positive Anzeichen seien aber bei der WM in China festzustellen gewesen. "Zum ersten Mal hatte die Fifa ein Preisgeld ausgelobt. Auch das zeigt, dass sich etwas tut: Die Zeiten von Bügelbrett und Kaffeeservice - 1989 noch die Siegprämie für eine gewonnene Europameisterschaft - sind vorbei", sagte der Bundespräsident.

Sichtlich gerührt war DFB-Trainerin Silvia Neid, die für ihre besonderen Verdienste um den deutschen Frauenfußball und für ihr Engagement im DFB das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt: "So eine Auszeichnung ist etwas ganz Besonderes. Da merkt man, dass es sich rentiert, für den Erfolg hart zu arbeiten."

© SID

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