Fußball Nationalmannschaft
Konkurrenzkampf in der Mittelfeld-Zentrale

Wer am Mittwoch gegen Wales in der Mittelfeld-Zentrale der deutschen Nationalmannschaft auflaufen wird, ist weiter offen. Für Thomas Hitzlsperger "gibt es keine Stammspieler mehr."

Spätestens seit der EM gehören die Zeiten, in denen die Mittelfeld-Zentrale in der deutschen Nationalmannschaft automatisch mit Kapitän Michael Ballack und Torsten Frings besetzt war, der Vergangenheit an. Bundestrainer Joachim Löw hat einen offenen Konkurrenzkampf ausgerufen, von dem Thomas Hitzlsperger schon am Samstag gegen Russland (2:1) profitiert hat.

Obwohl der Bremer Routinier Frings fit war, stand der Kapitän des VfB Stuttgart neben Ballack in der Anfangsformation. Auch der Leverkusener Simon Rolfes durfte sich berechtigte Hoffnungen machen. Am Mittwoch (20.45 Uhr/live im ZDF) im WM-Qualifikationsspiel in Mönchengladbach gegen Wales ist die Situation erneut offen, nachdem der Einsatz von Ballack wegen einer Wadenverletzung fraglich ist.

"Keine Einsatzgarantien mehr"

Hitzlsperger spricht von einem "großen Konkurrenzkampf". Es gebe "keine Einsatzgarantien" mehr. Deshalb hört der 26-Jährige auch das Wort Stammspieler nicht gerne, obwohl er nach der Euro viermal in der Startelf gestanden hatte. "Das Wort kann man nicht mehr gebrauchen. Es kann fast keiner mehr in Anspruch nehmen, Stammspieler zu sein. Man muss immer wieder um seinen Platz kämpfen", verdeutlichte Hitzlsperger die Lage in der DFB-Auswahl. Früher habe es 11, zwölf oder 13 Spieler gegeben, "jetzt können sich 20 bis 25 berechtigte Hoffnungen machen. Ich bin einer von denen".

Als einziger Spieler aus der Mittelfeld-Zentrale hat derzeit wohl Ballack seinen Platz sicher, wenn der 32-Jährige fit ist. Doch auch der England-Profi des FC Chelsea findet die gestiegenen Anforderungen "leistungsfördernd". Hitzlsperger erklärte, dass dies "anspornt, um besser zu werden. Jeder zieht sich in seinen Leistungen hoch. Man darf sich nie ausruhen".

Hitzlsperger erfreut über Einsatz

Dass er gegen die Russen den Vorzug vor Frings erhielt und neben Ballack agieren durfte, habe ihn sehr gefreut. Man könne von Ballack, "der unbestritten sehr viel Klasse hat", lernen. Es sei auch nicht unangenehm, für den Kapitän die Lücken zu stopfen.

Ob dies auch am Mittwoch gegen Wales der Fall sein wird, ist noch offen. Sollte Ballack ausfallen, stehen Frings und Rolfes für dessen Rolle bereit. Auch ein Bastian Schweinsteiger hat schon bewiesen, dass er durchaus in der Lage ist, aus der zentralen Position heraus dem deutschen Spiel Impulse zu geben. Aus dem aktuellen DFB-Kader hat Löw zudem noch den Schalker Jermaine Jones in der Hinterhand.

Ton wird rauer

Für den Bundestrainer ist dies eine komfortable Situation, auch wenn der Ton inzwischen rauer geworden ist. Frings hatte sich in der vergangenen Woche schon einen kleinen Seitenhieb gegen die Konkurrenten Hitzlsperger und Rolfes nicht verkneifen können: "Jeder, der bei uns Verantwortung übernehmen will, ist herzlich willkommen. Aber da muss auch mal was kommen, nicht nur Reden."

Hitzlsperger ist von seinem Trainer beim VfB, Armin Veh, bereits angehalten worden, als Kapitän manchmal einen anderen Ton anzuschlagen und noch mehr Verantwortung zu übernehmen: "Daran arbeite ich."

© SID

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