Fußball Nationalmannschaft
Lehmann wird den "jungen Wilden" weichen müssen

Bundestrainer Joachim Löw hat am Rande des DFB-Kongresses in Frankfurt einen Generationenwechsel im Tor der DFB-Elf angekündigt. Einen konkreten Zeitplan nannte Löw aber nicht.

Die Karriere von Jens Lehmann im Tor der deutschen Nationalmannschaft neigt sich anscheinend dem Ende entgegen. "Sicherlich wird es bald einen Generationenwechsel im Tor geben. Jens ist schließlich 38 Jahre alt, und wir haben junge Torhüter wie Rene Adler und Manuel Neuer, die ihre Qualität unter Beweis gestellt haben", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Rande des DFB-Kongresses in Frankfurt.

"Wir werden uns Zeit lassen und dann ein Gespräch führen."

Einen konkreten Zeitplan nannte Löw jedoch nicht. Mit Lehmann habe es seit dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien (0:1) und der EM-Abschiedsfete der Nationalelf in Berlin keinen Kontakt gegeben. "Wir werden uns Zeit lassen und dann ein Gespräch führen. Es braucht Zeit, um die Gedanken zu ordnen", erklärte Löw.

Lehmann hatte sich nach der EM nicht konkret über seine Zukunft geäußert. Er werde sich Zeit nehmen und in Ruhe überlegen, sagte der Torwart, der beim entthronten deutschen Meister VfB Stuttgart einen Ein-Jahres-Vertrag unterzeichnet hat. Dass der Trainerstab des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit Blick auf die WM 2010 in Südafrika auf einen Keeper setzt, der im Sommer 2009 möglicherweise ohne Verein dasteht, scheint derzeit ausgeschlossen. Auch Bundestorwarttrainer Andreas Köpke hatte zuletzt stets betont, dass er sich einen 40-Jährigen im Tor der DFB-Auswahl bei der WM 2010 nur schwer vorstellen könne.

Spieler wie Marin oder Russ einbauen

Ohnehin will Löw nach dem verpassten Titel bei der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz auch in den kommenden zwei Jahren seinen Jugendstil fortsetzen und dem Nachwuchs eine Chance geben. Das Gerüst soll zwar bestehen bleiben, punktuell aber Spieler wie Mittelfeldakteur Marko Marin oder Innenverteidiger Marco Russ eingebaut werden. "Es muss weiter unsere Aufgabe sein, junge Spieler an die A-Nationalmannschaft heranzuführen", sagte Löw.

Dass die Nachwuchsarbeit der Schlüssel zu Erfolgen in der Zukunft ist, davon ist der Bundestrainer vor allem nach der verdienten Finalniederlage gegen den neuen Europameister Spanien überzeugt. "Spanien hat mit seinen U-Mannschaften von den letzten neun Titeln seit 2004 fünf gewonnen. Das zeigt die Qualität der Spanier. Wir werden im DFB alles daran setzen, dass wir unsere Nachwuchsarbeit weiter verbessern. Nur so können wir uns nachhaltig in der Spitze etablieren", meinte Löw.

Erholung für Löw im Urlaub

Zunächst muss Löw aber die Enttäuschung der Spieler nach dem verlorenen EM-Finale so schnell wie möglich aus den Köpfen bekommen. Mit den beiden Auswärtsspielen in Liechtenstein und Finnland beginnt für den WM-Dritten und Vize-Europameister Anfang September bereits die heiße Qualifikationsphase für die WM 2010. "Wir werden noch zwei bis drei Wochen brauchen, um die EM zu verarbeiten. Dann gehen wir aber die WM-Quali an - und zwar mit voller Kraft voraus. Schließlich treffen wir auch auf Russland, das seine Qualitäten vor allem in der Offensive bei der EM eindrucksvoll gezeigt hat", sagte Löw, der sich im Juli zunächst aber einmal "zehn Tage Urlaub" gönnen wird.

© SID

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